Sonntag, 19. April 2015

546. Post. Grün-roter Radiolarit, unbekannter Provenienz.

Im Kontext einer Fundstelle, auf der paläolithische Funde abgesondert werden konnten, fand sich erneut ein Artefakt aus grünem Radiolarit.

Stellenweise zeigt das überwiegend grüne Material rote Färbung. Es handelt sich wohl um ein Flussgeröll, wie die abgerollte "Rinde" zeigt und dürfte, ausgewiesen als artifizieller Abschlag, ursprünglich aus dem selben, wohl alpinen Lager stammen, wie mehrere andere Radiolaritartefakte der Blaubeurer Alb. Eine Kantenmodifikation ist nicht eindeutig artifiziell, sondern könnte auch zumindest teilweise ihrer Fragilität und langen Lagerung geschuldet, natürlich entstanden sein. 


 Ihre Rundung hat das Geröll durch Oberflächenabrieb bei der häufigen Umlagerung in stark bewegtem Wasser, einem Bach, oder einem Fluss (fluvialer Schotter)

Aus den überwiegend neolithischen Hornsteinartefakten dieser Fundstelle, hebt sich schon allein das Rohmaterial sehr deutlich heraus. Der große Schlagflächenrest, sowie der ausgeprägte Bulbus und eine deutliche Schlagmarke verweisen auf einen direkten, harten Schlag und damit ebenfalls in eine frühere Zeitstellung der an dieser Stelle überwiegenden Klingenindustrie des frühen und mittleren Neolithikums. Ein weiterer, möglicher Zeuge für einen kurzfristigen Aufenthaltsort von Jägern und Sammlern, der später von den neolithischen Siedlern völlig übersiedelt, überprägt und vermutlich auch zerstört worden sein dürfte. 
(Mittel-)paläolithischer Schaber aus ähnlichem Rohmaterial
Auf den Hochflächen der Blaubeurer Alb sind Materialien aus den Schweizer Alpen als Kies ("Geflinse") nicht selten und das Phänomen findet sich vor allem in Flurnamen wieder. Es bildeten sich während des Juras Radiolarite in den nördlichen Kalkalpen, so ist etwa die Ruhpoldinger Radiolarit-Gruppe ein Begriff, aber auch die der Schweiz (Graubünden) und Frankreich. Die Radiolarite in Ligurien (Apennin) entstanden wohl erst gegen Ende des Jura. Die Jäger und Sammler erkannten die Rohstoffe in den Flussschottern und lasen sie dort aus. Viele begehrte Rohstoffe wurden aber auch schon in sehr früher Zeit über weite Strecken hinweg beschafft, so zum Beispiel der Jaspis des Isteiner Klotz.

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