Sonntag, 22. Oktober 2017

648. Post. Das archäologische Jahr in Sonderbuch 2017

Wird noch UMGEPFLÜGT...und liefert es neue Erkenntnisse?

Anhand des enormen Rückgangs meiner Posts entsteht der Eindruck, es tue sich nichts (mehr) auf den Feldern, doch gehen die Landwirte weiterhin ihrer Tätigkeit nach, das Fundaufkommen wäre auch dementsprechend hoch, doch was stagniert ist das Sammeln, da es auf den bis jetzt bekannten Flächen stark eingeschränkt wurde und auch weiterhin eingeschränkt bleiben wird. Neue Fundflächen sind nicht hinzugekommen.

Wie der vorangegangene Post bereits andeutet, beschränkt sich meine (ehrenamtliche) Tätigkeit auf das Überwachen schon bekannter Flächen in Bezug auf bedrohliche Eingriffe über die Feldbestellungen der Landwirte hinaus und kommt mehr und mehr der oft gehörten Forderung nach Belassen "in situ" entgegen. Mit einer Sammlung "die aus allen Nähten platzt" ist niemand und keiner Sache gedient. 

Die Wissenschaft, die Denkmalpflege... braucht diese Fundmassen nicht in Bereichen, die fast hinreichend bekannt sind und an allgemeinen, neuen Erkenntnissen nur wenig zu liefern vermögen. Von Interesse sind archäologisches Neuland und jene Denkmalbereiche, denen zum Beispiel im Sog der "Unesco-Welterbeernennung" auch wissenschaftliche und öffentliche Aufmerksamkeit zuteil wird wie eben die von mir entdeckten  Fundstellen des Paläolithikum. Die Euphorie des jahrelangen Entdeckergeistes ist deshalb besonders im Verlaufe eines Jahres der für mich persönlich nüchternen und nur nach und nach einsehbaren  Aufarbeitung von Teilen der Sammlung durch den Masterstudenten B. Schürch gewichen und mit einem deutlichen Rückgang der Sammelleidenschaft verbunden. Es kann nicht sein, dass sie in den Verruf von Erfüllung egomanen Selbstzwecks gerät und subjektiv sinnvoller erscheint, als objektiv nach Abwägung aller Gegenargumente tatsächlich ist. Ein kleines Echo fand die Sammlung dieses Jahr in der hier vorgestellten Präsentation im Ascher Rathaus mit Funden  aus ausschließlich Ascher Fundflächen.

( http://lesefunde.blogspot.de/2017/02/632-post-ausstellung-zur-ortsgeschichte.html)

Pfeilspitze des frühen Neolithikums, der Bandkeramik aus 2017,
Sonderbuch

Gemessen an der Aufmerksamkeit von Wissenschaft, Denkmalpflege und Öffentlichkeit wirkt das Sammeln wirklich oft als reiner Selbstzweck und sollte aus meiner Sicht schon über das eigene Leben und persönlichen Interessen und Motiven hinausweisen, um einen Sinn zu erfüllen, und von der Philosophie alleine ernährt sich auch das Ego im Tagesgeschäft oft nur mühsam. Aufgrund der frugal erscheinenden neuen Erkenntnisse und Ereignisse muss sich ein Jahresresümee ausmachen wie der vielzitierte Lärm um nichts. Großer Aufwand erwartet nicht nur Resonaz, sondern auch Anerkennung. In der Tat wollte mir scheinen, dass durch das Ehrenamt und die Funktion eines amtlich geschulten Sondengängers die Arbeit leicht zu lästiger Pflicht werden könnte, doch blieben die Aufträge mit deren Zuwachs ich rechnete weit hinter den Erwartungen zurück. Weit hinter den Erwartungen zurück blieb für mich auch der Sinn der Sondengängerei an sich und hat sich in der Praxis in noch mehr Ambivalenz wiedergefunden, als schon theoretisch im Vorfeld der Schulung und in der Ausübung hat sich nicht mehr Sinn erschlossen.
Ein Bauer kann unkontrolliert  und unter Wahrung aller Rechte und Gesetze zum Schutz von Bodendenkmalen eine Wiese, die seit Menschengedenken Wiese war zu einem Acker umbrechen. Eine Erlaubnis, eine Wiese mit der Sonde zu prospektieren ist dagegen in Baden Württemberg  fast unmöglich und im Vorfeld einer Umnutzung nicht vorgesehen und nicht erwünscht. Da eine landwirtschaftliche Umnutzung nicht meldepflichtig ist und so  an der Denkmalpflege vorbei geht, leistet ein modernes Schutzgesetz der Zerstörung Vorschub. Offenbart die Umnutzung die Zerstörung eines Bodendenkmals, haben alle aufgrund eines absurden Schutzgesetzes verloren, allen voran das Denkmal. Illegal hätte es vielleicht erkannt werden können, aber einen legalen Weg gibt es hier für die Sonde nur, wenn auf einem Ackers oder einer Wiese etwa ein Gebäude errichtet oder ein Flurstück einer Straße weichen soll. Hier hat dann vielleicht ein illegaler "Sondengänger" längst eruiert, vielleicht auch längst ausgegraben, was einem legalen verborgen bleibt. Absurd. Absurd auch, dass ein Landwirt fortschreitend zwischen und auf keltischen Großgrabhügeln Landwirtschaft betreiben kann, was auch sein gutes Recht ist, die Sonde aber auf einer eingetragenen Denkmalfläche nicht zum Einsatz kommen soll. Die Regel scheint es auch zu werden, dass sie selbst auf überplanten Flächen erst zum Einsatz kommt, wenn die Bagger schon ganze Arbeit geleistet haben, weil hier die Bürokratie weit hinter der Idealvorstellung zurückbleibt, oder Meldepflichten nicht sehr ernst genommen werden oder nicht einmal eine Eintragung in die Denkmalliste schützend greift. Einen Schuldigen findet man dann vielleicht nicht mehr, was ja auch unerheblich ist, weil man mit Beantwortung der Schuldfrage ohnehin keine Zerstörung rückgängig machen kann. Die amtlich genehmigte Sondengängerei bleibt Fragment und Ergänzung  in einem Flickenteppich auch fragwürdiger und teilweise unzureichender Maßnahmen, die unter dem Begriff Denkmalpflege subsummier sind. Ein sich verändernder Weg bleibt das Ziel. Mit zunehmendem Alter und den damit verbundenen, fortschreitenden Einschränkungen werden derartige Resümees auch irgendwie zu Lebensbilanzen.


Dienstag, 26. September 2017

647. Post. not collected artefacts.

Umgepflügt...


Nicht aufgenommene Artefakte

von einem neolithischen Schlagplatz, unweit der neolithischen Siedlungen von Höfermahd und Müllerfeld nahe Wippingen.

Experiment. 

Die Forderung, Artefakte genau dort liegen zu lassen wo sie liegen, um die Verteilung in der Fläche nicht zu stören, um die Fundstelle nicht ihres Inventares zu berauben... um ...das Problem nicht bearbeiteter Sammlungen noch weiter zu vergrößern,  um... und...etc...

 ...kommt auch und gerade von vielen Archäologen.

Am 26. September 2017 war eine Stunde lang nur die Kamera Zeuge der Oberflächenfunde. Was für Gedanken haben Sie?





Aber: was an der Oberfläche liegt, wird demnächst Opfer der Kreiselegge...oder es landet in anonymer Sammlung und wird verschleppt...oder man kann es nächste Woche bei eBay kaufen...vielleicht wird der Frost das bis nächstes Frühjahr zerstören...und es muss wenigstens erfasst und eingemessen werden...und...oder...oder...etc...

















Zu Prospektionen:
http://archaeologie-verstehen.de/Grundwissen/Prospektion







approximately 35 not collected artefacts


siehe auch:

http://archaeologik.blogspot.de/2017/09/die-markt-und-andere-krankheiten-der.html

es gibt einfach Zuviel davon

Mittwoch, 6. September 2017

646. Post. Zeitspannung.

Vergangenheit und Gegenwart und ein himmlischer Fingerzeig in die Zukunft?

Wasserdampfwolke des Atomkraftwerkes Gundremmingen über der paläolithischen Freilandfundstelle Sonderbuch-Wippingen.


645. Post. "Stark Patiniertes" im neolothisch dominierten Siedlungsgebiet.

Parallele zu Post 522 vom Mittwoch, 24. September 2014

Wieder ein Fund mit archaischer Erscheinung ...

der auf einem ausgedehnten Siedlungskomplex bei Wippingen eingemessen werden konnte.


Die mittelpaläolithischen und wohl auch paläolithischen  Funde der mehrfach vorgestellten Fundstelle gelten als verlagert. Älterneolithische Artefakte weisen auf der Blaubeurer Alb meist keinerlei Verwitterungserscheinungen ("Patina") auf. Anders dagegen Artefakte aus älteren Zeitstellungen. So gilt auch ein gewisses Augenmerk entsprechenden Verdachts"fällen".


In diesem Areal fallen immer wieder, vor allem gegen Ende der Hochfläche im Bereich der Talkante "archaisch wirkende Artefakte" auf, die in einem Kontext einer Primären Residuallagerstätte auf der Oberfläche erscheinen und deren Streuung sich durch einfache Grobzerlegung, durch Prüfung des Materials auf seine Brauchbarkeit auszuzeichnen scheint. Den Großteil bildet eher unbrauchbares, nach kurzer Prüfung in unbekannter Zeitstellung verworfenes Material und derbes Rohmaterial, grobe Hornsteine und Kieselkalke, die keinerlei artifizielle Veränderungen aufweisen oder von Deutz & Co zerlegt wurden.

Ältere Artefakte aus Hornstein erscheinen dabei zuweilen ungewöhnlich stark verwittert, oft ledergelb in einer Weise, die sich von den gelb bis rötlich-braunen Varietäten des Bohnerzhornsteins unterscheidet, dessen farblich geprägten Erscheinungsformen seinerseits durch Eisenoxideinlagerungen während der Sekundärlagerung erworben wurden, also schon im Rohmaterial vorhanden sind. Das gilt auch für das an der Oberfläche erscheinende, oft intentionell zerlegte Rohmaterial dort, das aber wie beschrieben oft starke Beschädigungen durch landwirtschaftliche Arbeiten zeigt und so  auch morphologische Einbußen und Verfälschungen hinnehmen muss. Auch Filter dieser mechanischen und durch entsprechende landwirtschaftliche Einträge chemischen Alterungsproesse müssen zur Einschätzung von Artefakten eingelegt werden.
Die sichere Unterscheidung setzte wohl jeweils einen Anschliff voraus, wenn nicht eine rezente Beschädigung die ursprüngliche Rohmaterialerscheinung während der Herstellung des Artefaktes erkennen lässt, was nicht immer der Fall ist.



Im gesamten Fundkomplex wird immer wieder deutlich, dass das Areal - durch vielerlei Faktoren begünstigt -  über sehr lange Zeit ein begehrter Siedlungsplatz gewesen sein muss oder auf der Suche nach geeignetem Rohmaterial aufgesucht wurde. Möglicherweise war der Rand des Talkessels auch von jagdstrategischer Bedeutung, bevor hier erste Bauern wirtschafteten. Auch die Bronzezeit hat hier Spuren hinterlassen und das Fundaufkommen auf den Oberflächen, sowie die Stratigraphie mitgeprägt. Einzelfundeinmessungen sind unerlässlich. Vor allem die letzten Siedlungsphasen erscheinen naturgemäß auf den Oberflächen. Die starken Erdbewegungen durch kolluviale Vorgänge lassen aber auch vermuten, dass die ältesten Oberflächen nicht mehr vorhanden sind-Diese Erdbewegungen sorgen neben den landwirtschaftlichen Eingriffen dafür, dass alle Zeitstellungen auf den Oberflächen streuen. Auch die Schäden der starken Erdbewegungen der ersten neolithischen Siedler durch Haus- und Pfostengruben auf dem sporadisch begangenen paläolithischen Stratum sind zu vermuten. Da die Deckschicht zum geologisch gewachsenen Horizont sehr dünn ist, muss entsprechend sorgfältig mit dieser letzten Impression der Siedlungsentwicklung umgegangen werden und Artefakte haben in Liebhabersammlungen nichts zu suchen. Gerade hier haben sich mindestens seit den 1950er Jahren zahllose Sammler bedient und da erscheint das "Greening" (http://www.bauernverband.de/infos-zur-umsetzung-des-greening)  als wahrer Segen, die winterliche Zwischensaat, die das sprichwörtliche Gras über der Sache wachsen lässt.

Heute neu:

Ventralseite, SFR unten
 Eine Grundform: Abschlag der Grundproduktion, unmodifiziert, jedoch mit ventralen Ablösungen und damit vielleicht im Ansatz beginnende Modifikation, wenn nicht rezent beschädigt.
Ventralseite, Sfr oben
 Der Bulbus, Relikt des direkten, harten Schlags zeigt eine stark ausgeprägte Schlagmarke, die den Bulbus auf den ersten Blick nicht erkennen lässt. Zeugen eines mächtigen Impacts. Die Lateralkanten entsprechen bis auf  deren Bestoßungen, die als Ereignisse schon sehr lange zurückliegen müssen der geschlagenen Grundform. Partiell tragen die Lateralen Kortex, Zeichen für rindennahen Abbau.  Die Patina spricht dafür, dass die Entstehung des Artefakts nicht nur schon sehr lange zurück zu liegen scheint, sondern das Artefakt sich auch schon sehr lange im Pflughorizont bzw. auf Oberflächen herumgetrieben haben muss. Das kommt nicht aus einer rezent umgepflügten, neolithischen Grube. Schade, dass uns der Steinschläger kein modifiziertes Werkzeug, kein Gerät hinterlassen hat, das uns den Zeitraum seiner Entstehung verraten kann...Hornstein zeigt an und für sich wenig und lange keine Patina, sodass man bei vielen Stücken mit ausgeprägter Patina auch ein eher höheres Alter annehmen möchte.

Dorsalseite Sfr unten
Die Schlagtechnik ist für das gesamte Paläolithikum, aber auch für die Herstellung grober Grundformen im Neolithikum typisch.




Dienstag, 29. August 2017

644. Post. Bifaziell abgebaut.

Kurioser Kern aus einem Abschlag

Wie die Grenzen fließen können

Eines der ersten Artefakte nach der Sommerpause zeigte sich auf einer neolithisch dominierten Fundstelle im Bereich zahlreicher Erdfälle, von denen nur eine noch als Naturdenkmal erhalten blieb, die anderen vor vielen Jahren zugeschüttet wurden.

Maßgebliches Interesse der Universität fand die Fundstelle durch eine bemerkenswerte Zahl  an paläolithischen Funden, die das Bild der Blaubeurer Alb in mittelpaläolithischer und jungpaläolithischer Zeit (Aurignacien) verändern werden.

Aus den nur noch wenigen eingemessenen und von mir aufgenommenen Funden stammt aktuell ein Kern, der wie ein bifaziell modifiziertes Werkzeug erscheint und durch seine marginalen Reduktionen ( etwa nach Art der diskoiden Kerne) und Gebrauchsspuren eine umlaufende, unilaterale Schneide bildet.
Ventralseite der Grundform
Der Bulbus der Grundform ist abgelöst-

Dorsalseite mit Kortex

 Wem beim Auffinden dabei nicht der Atem stockt, den lassen Urgeschichte und Artefaktmorphologie an sich kalt. Ein Kern mit einem Habitus, der dem eines kleinen Faustkeils doch sehr ähnelt, zumal ein Verwendungszweck der gewonnenen Abschläge wenig sinnvoll erscheinen will. Aus dem neolithischen Typenkanon drängt sich am ehesten der Typus eines kleinen Schlagsteines auf, zu dessen Gebrauch und heutiger Definition als Werkzeug der Abbau auch als Modifikation verstanden werden kann. Leider ist die Funktion als Schlagstein für mich nicht sicher.

Dienstag, 8. August 2017

643. Post. Weltkulturerbe Blaubeurer/Schelklinger Höhlen

http://www.zeit.de/kultur/kunst/2017-07/unesco-weltkulturerbe-hoehlen-aelteste-eiszeitkunst-baden-wuerttemberg

...aus dem immer größer werdenden Schatten des stark fokussierten  "Weltkulturerbes" ist von den umgepflügten Äckern wohl nichts mehr hinzuzufügen...

Wer nichts Bleibendes schafft, wird mit dem Glockenschlag vergessen...Hier scheint der erste, sogenannte moderne Mensch Bleibendes, ja Zeitloses, nahezu "Ewiges" geschaffen zu haben. So geht das erste Kunstschaffen der menschlichen Zivilisation wohl auch erst mit dieser unter, wenn wir es jetzt schaffen, dieses bis an unser eigenes Ende zu erhalten. Es ist dem Zufall günstiger Erhaltungsbedingungen zu verdanken, dass die Eiszeitkunst bis auf uns überkommen konnte. Vieles, um das wir uns ewiger Erhaltung bemühen, hat trotz größter Bemühungen Bleibendes zu schaffen keinen solchen Bestand. Wer kennt die Namen, die Gesichter? Wie sagte einst Winkelmann? Von Gelehrten und Künstlern verewigt die allgemeine Geschichte nur Erfinder, nicht Kopisten; nur Originale, keine Sammler. Der sammelnde Laie wird im Lichte dieses ersten Kulturschaffens wohl mit dem Glockenschlag vergessen und doch treibt es mich an, den Relikten dieser ersten Menschen nachzuspüren, ohne selbst nennenswerte und erkennbare Spuren zu hinterlassen.

Wozu unsereiner beitragen kann:

http://puvodni.mzm.cz/Anthropologie/citation.php?ID=2197
http://puvodni.mzm.cz/Anthropologie/citation.php?ID=2197

Open air occupations in a cave dominated archaeological landscape - new perspectives o the palaeolithic of the swabian Jura (southern Germany) by floss, fröhle, wettengl schürch. u-a Siedlung sonderbuch-wippingen, Sammlung r.bollow.

Dies liegt aber sicherlich daran, dass das Paläolithikum der letzten Neandertaler und vor allem der ersten modernen Menschen außerhalb der "Welterbehöhlen" ein gewisses Interesse zukommt, weil sich die "Schöpfer der Venus" vor allem auch draußen bei der Jagd in freiem Feld aufgehalten haben müssen, wo im Verlaufe der Jahrtausende keine vergleichbar guten Erhaltungsbedingungen für ihr Kulturschaffen herrschten.

Ohne die Entdeckungen und Funde der Sammler kommt das nicht zustande...und da muss man schon auch mal ein Bisschen sich selber loben...sonst tut es ja keiner :o)
 Dabei kommen die sogenannten Ehrenamtlich Beauftragten in Baden Württemberg noch vergleichsweise gut weg, wie in dem Jahresband Archäologische Ausgrabungen in BW 2017 wieder zu lesen ist, wenn auch nicht alle namentlich erwähnt werden.  Die ebenso ehrenamtlich eingesetzten Sondengänger finden in der Regel keine Erwähnung, auch wenn sie zur Ausgrabung mit ihrer Prospektion durch sonst  nicht erfasste Streufunde erheblich beigetragen haben. Was in den Fundberichten wie erwähnt und gewürdigt wird scheint sehr persönlich geprägt.   Der Fokus liegt aber immer auf den wissenschaftlichen Arbeiten, auch dann, wenn diese durch die Entdeckungen und Absammlungen von Oberflächenfunden durch Laien, private Sammler und Ehrenamtliche erst überhaupt initiiert und möglich waren. Mehr als früher ist heute bei allem ehrenamtlichem Engagement erkennbar, dass sich die Leute daran orientieren, wie die Reinvestition aussieht, bevor sie einen Finger krumm machen. Anerkennung und Würdigung von ehrenamtlichem Engagement scheint mir da kein unwichtiger Faktor zu sein und die namentliche Erwähnung somit auch ein Grundpfeiler künftiger und nachhaltiger, anhaltender Motivation, wenn man in Zukunft nicht darauf verzichten will.
Seit einiger Zeit berichte ich resümierend über das vergangene "archäologische Jahr" und damit darüber, was es an neuen Erkenntnissen aus den Prospektionen gibt, dazu, was hauptsächlich durch das namensgebende Pflügen der bewegten Scholle abzuringen war. Es zeichnet sich ab, dass paläolithische Freilandstationen auf der Blaubeurer Alb einen gewissen Stellenwert im Schatten der Eiszeitkunst einnehmen könnten und bergen noch Entwicklungspotential. Da hier in Mineralböden keinerlei organische Erhaltung möglich sein dürfte, wird das öffentliche Interesse immer hinter der spektakulären Eiszeitkunst von Mammut, Venus & Co zurück bleiben, auch wenn sich die ersten, modernen Menschen, die unsere nun weltbekannten Kunstwerke und den anmutigen Elfenbeinschmuck schufen, hauptsächlich außerhalb der Höhlen aufgehalten haben dürften und ihre Spuren verweht, und nur schwer zu finden sind. Das Fundspektrum dominierende Neolithikum tritt dagegen völlig zu Unrecht auch noch in den Hintergrund des Schattens des Freilandpaläolithikums und erfährt nicht einmal die Weihen einer musealen Erfassung. Diese Funde bleiben wohl erstmal weiterhin "meine Kellerkinder."

Samstag, 10. Juni 2017

642. Post. UMGEPFLUEGT berichtet jetzt standesgemäß

aus dem Lesefundesommerloch und in Zukunft 

Von einem Deutz. D.25.2 NG, Baujahr 1962 aus



 Vielleicht sieht man sich bei der Oldtimer-charitiy in Markbronn  am 11.6.2017 ?
falls nicht:
https://www.youtube.com/watch?v=Rah0PW3qC3s
 SOMMERPAUSE auf UMGEPFLÜGT...
                                                                                          SOMMERPAUSE
Wer sich auf den Feldern umschaut, hat längst gesehen: In puncto Lesefunde herrscht SOMMERPAUSE. Wenige, erste Felder sind abgeerntet, aber wo dies hier der Fall ist, sind keine Fundstellen bekannt und auch keine neuen zu erkennen. Zeit für Prospektionen mit dem Metalldetektor auf überplanten Flächen, die nicht auf UMGEPFLÜGT erscheinen, da sie im Auftrag der Denkmalpflege stattfinden. Veröffentlichungen sind nicht vorgesehen. Und nur in den seltensten Fällen werden die Namen beispielsweise in der Reihe "Archäologischen Ausgrabungen in Baden Württemberg" auch genannt. Auch viel andere ehrenamtliche Arbeit bleibt unerwähnt und wartet auf Alibiveranstaltungen wie das Treffen der Ehrenamtlichen in Esslingen 2017, siehe unten.

Wer manchmal denkt, in Blaubeuren und Umgebung leben sie nur in der Vergangenheit,
der könnte während der Festwoche ein Bisschen bestätigt werden---

Festumzug: Sicher sind einige Scheunenschätze zu sehen...

Der Schützenverein Sonderbuch zeigt die Albwasserversorgung vor der Ehmann'schen Albwasserversorgung:um 1800"

Fr' eis däd's des Wasser scho' no', aber s'Vieh sauft's nemme...."'

Zu den Feierlichkeiten aus Anlass des 750-jährigen Bestehens von Blaubeuren gibt es von Freitag an eine gute Woche lang zahlreiche Veranstaltungen und gute Unterhaltung in der Blautopf-Stadt.
Ein Höhepunkt ist der historische Festumzug
am , 16.7. 2017 ab 13.30 Uhr. Er beginnt an der Ecke Zeppelin-/Karlstraße nicht weit vom Blaubeurer Bahnhof entfernt, und führt mit viel Musik von Spielmanns- und Fanfarenzügen aus dem ganzen Land sowie mit schön geschmückten Wagen von Gruppen und Vereinen durch die Blaubeurer Altstadt. Wagen und Gruppen kommen fast ausschließlich aus den Teilorten, die ein reges Vereinsleben haben und auch einen schönen Zusammenhalt demonstrieren- Die Stadt ist Teil der gemeinsamen Identität und ehrenamtliches Engagement leistet hier oft mehr, als Bürokratie und die Frage nach der Reinvestition. Albwasserversorgung? Passend zu meinem blog zieht mein Deutz die "Ascher Hüle".
Im Dorfmittelpunkt von Asch befindet sich diese Hüle im Original, die früher vor allem als Viehtränke genutzt wurde und – neben Zisternen, wenigen Grundwasserbrunnen und einigen Feldhülen auf der Gemarkung – einen wichtigen Bestandteil der Wasserversorgung auf der Alb darstellte. Asch schloss sich 1875 der Albwasserversorgungsgruppe III an und wird seitdem über ein Pumpwerk am Blautopf versorgt, inzwischen mit Grundwasser aus einem Brunnen nahe Gerhausen.
Die Hüle dient heute als Löschwasserteich und im Winter als Eislaufbahn. Jedes zweite Jahr findet um sie herum das Ascher Hülenfest statt. Möglicherweise geht diese Form der Wasserversorgung bis in paläolithische Zeiten zurück und auch die neolithischen Bauern könnten bei der Viehzucht schon von natürlichen und künstlichen Hülen profitiert und diese Ansiedlungen erst möglich gemacht haben.

Edit:

Scheunenschätze, Trachten, Pferde usw.  vom Festumzug 750 Jahre Blaubeuren






umgepflügt....

Sommerpause auf dem Acker. Zeit für Nostalgie




Stadtprominenz





Eichenfass aus der GERMANIA SONDERBUCH




LANZ Bulldog. Baujahr 1938

Ein Dieselross

Trachten von der Blaubeurer Alb




Teilort Asch- mit Deutz aus Sonderbuch

 Stadtgeschichte ohne Urgeschichte geht nicht: 40000 Jahre "Musikschule Geißenklösterle" und mit der Weltkulturerbestätte vor wenigen Tagen einen dicken Fisch an Land gezogen...

Teilort Weiler