Dienstag, 8. August 2017

637. Post. Weltkulturerbe

http://www.zeit.de/kultur/kunst/2017-07/unesco-weltkulturerbe-hoehlen-aelteste-eiszeitkunst-baden-wuerttemberg

...aus dem immer größer werdenden Schatten des stark fokussierten  "Weltkulturerbes" ist von den umgepflügten Äckern wohl nichts mehr hinzuzufügen...

Samstag, 10. Juni 2017

636. Post. UMGEPFLUEGT berichtet jetzt standesgemäß

aus dem Lesefundesommerloch und in Zukunft 

Von einem Deutz. D.25.2 NG, Baujahr 1962 aus



 Vielleicht sieht man sich bei der Oldtimer-charitiy in Markbronn  am 11.6.2017 ?
falls nicht:
https://www.youtube.com/watch?v=Rah0PW3qC3s
 SOMMERPAUSE auf UMGEPFLÜGT...
                                                                                          SOMMERPAUSE
Wer sich auf den Feldern umschaut, hat längst gesehen: In puncto Lesefunde herrscht SOMMERPAUSE. Wenige, erste Felder sind abgeerntet, aber wo dies hier der Fall ist, sind keine Fundstellen bekannt und auch keine neuen zu erkennen. Zeit für Prospektionen mit dem Metalldetektor auf überplanten Flächen, die nicht auf UMGEPFLÜGT erscheinen, da sie im Auftrag der Denkmalpflege stattfinden. Veröffentlichungen sind nicht vorgesehen.
Wer manchmal denkt, in Blaubeuren und Umgebung leben sie nur in der Vergangenheit,
der könnte während der Festwoche ein Bisschen bestätigt werden---

Festumzug: Sicher sind einige Scheunenschätze zu sehen...

Der Schützenverein Sonderbuch zeigt die Albwasserversorgung vor der Ehmann'schen Albwasserversorgung:um 1800"

Fr' eis däd's des Wasser scho' no', aber s'Vieh sauft's nemme...."'

Zu den Feierlichkeiten aus Anlass des 750-jährigen Bestehens von Blaubeuren gibt es von Freitag an eine gute Woche lang zahlreiche Veranstaltungen und gute Unterhaltung in der Blautopf-Stadt.
Ein Höhepunkt ist der historische Festumzug
am , 16.7. 2017 ab 13.30 Uhr. Er beginnt an der Ecke Zeppelin-/Karlstraße nicht weit vom Blaubeurer Bahnhof entfernt, und führt mit viel Musik von Spielmanns- und Fanfarenzügen aus dem ganzen Land sowie mit schön geschmückten Wagen von Gruppen und Vereinen durch die Blaubeurer Altstadt. Wagen und Gruppen kommen fast ausschließlich aus den Teilorten, die ein reges Vereinsleben haben und auch einen schönen Zusammenhalt demonstrieren- Die Stadt ist Teil der gemeinsamen Identität und ehrenamtliches Engagement leistet hier oft mehr, als Bürokratie und die Frage nach der Reinvestition. Albwasserversorgung? Passend zu meinem blog zieht mein Deutz die "Ascher Hüle".
Im Dorfmittelpunkt von Asch befindet sich diese Hüle im Original, die früher vor allem als Viehtränke genutzt wurde und – neben Zisternen, wenigen Grundwasserbrunnen und einigen Feldhülen auf der Gemarkung – einen wichtigen Bestandteil der Wasserversorgung auf der Alb darstellte. Asch schloss sich 1875 der Albwasserversorgungsgruppe III an und wird seitdem über ein Pumpwerk am Blautopf versorgt, inzwischen mit Grundwasser aus einem Brunnen nahe Gerhausen.
Die Hüle dient heute als Löschwasserteich und im Winter als Eislaufbahn. Jedes zweite Jahr findet um sie herum das Ascher Hülenfest statt. Möglicherweise geht diese Form der Wasserversorgung bis in paläolithische Zeiten zurück und auch die neolithischen Bauern könnten bei der Viehzucht schon von natürlichen und künstlichen Hülen profitiert und diese Ansiedlungen erst möglich gemacht haben.

Scheunenschätze, Trachten, Pferde usw.  vom Festumzug 750 Jahre Blaubeuren






umgepflügt....

Sommerpause auf dem Acker. Zeit für Nostalgie




Stadtprominenz





Eichenfass aus der GERMANIA SONDERBUCH




LANZ Bulldog. Baujahr 1938

Ein Dieselross

Trachten von der Blaubeurer Alb




Teilort Asch

 Stadtgeschichte ohne Urgeschichte geht nicht: 40000 Jahre "Musikschule Geißenklösterle" und mit der Weltkulturerbestätte vor wenigen Tagen einen dicken Fisch an Land gezogen...

Teilort Weiler




Donnerstag, 25. Mai 2017

635. Post. Stark patinierte Kerne

"Gekieltes" mit starker Patina von der Ascher Markung.

Gegenüber eines Siedlungsareals mit dominierend jungneolithischen Artefakten zeigen sich auf der Gegenseite des kleinen Talkessels an dem sich Neolithiker aufhielten stark patinierte Klingenkerne.

Schon vor einigen Jahren wurde die Fundstelle erkannt und von mir gemeldet. Danach erschien nie wieder etwas auf der Oberfläche. Dieses Jahr konnten durch günstige Witterung und Maisanbau, der die Oberfläche lange offen und begehbar hält,  weitere Kerne eingemessen und in die Sammlung aufgenommen werden. 

Da sich unweit davon, eben auch auf der Gegenseite des Talkessels, das als Häldele bekannt ist,  auch paläolithische Komponenten in den Oberflächeninventaren zu erkennen geben, verdienen die Kerne eine besondere Beachtung und es wäre wünschenswert, sie irgendwann einer näheren Untersuchung zuzuführen.
Auf der Gegenseite des Talkessels machte dieses Jahr schon ein Keilmesser in einer Ausstellung zur Ascher Dorfgeschichte Schlagzeilen.


Samstag, 6. Mai 2017

634. Hugo Obermaier Society...

for Quaterny Research and Archaeology of the Stone age-

https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Obermaier-Gesellschaft

59. Jahrestreffen in Aurich 18. April - 22.  April 2017




Vorstellung u.a.
Collection Robert Bollow  

Oberflächenfunde der Blaubeurer Alb von der Siedlung Wippingen- Sonderbuch. 

link zum Programm:

http://www.obermaier-gesellschaft.de/2017_aurich/programme_2017.pdf


Extrakt:

Benjamin Schürch & Harald Floss:

Wippingen-Sonderbuch a new open-air site in the Swabian Jura

The working group directed by H. Floss, Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters, University of Tübingen, Abteilung Ältere Urgeschichte und Quartärökologie, is currently working on several open-air sites in the Swabian Jura. Wippingen-Sonderbuch is one of those sites.

The stone artefacts of the site originate from two surface collections (collection Robert Bollow and Jörg Sauer). Due to this origin the artefacts are mixed. These stone artefacts can be classified to the Middle Palaeolithic, the Early Upper Palaeolithic and the Neolithic (Floss/Schürch 2015). In order to separate the mixed assemblages, technological and typological knowledge of the Neolithic and Palaeolithic stone industries had to be applied. The site Wippingen-Sonderbuch is located at the south central part of the Blaubeurer Alb. The valley deepening of the ancestral Danube led to the sedimentation of river gravels at the site. The site is situated at the edge of an uvala (Karstwanne) that is formed by three dolines. On the edges of this karst phenomenon erosion can be observed. These special geological events maybe led to extraordinary sedimentation conditions. In the surrounding of Wippingen-Sonderbuch there are several open air sites which contain Palaeolithic and Neolithic artefacts as well. They show that Wippingen-Sonderbuch is not an exceptional case in the region of the Blaubeurer Alb (Schürch 2015).

References: Floss/Schürch 2015 H. Floss, B. Schürch: Paläolithische Oberflächenfunde von der Blaubeurer Alb. Mitt. Ges. Urgeschichte 24 (2015), 121-140 Schürch 2015

 B. Schürch: Paläolithische Oberflächenfunde der Blaubeurer Alb (Unpublished Bechelor´s Thesis University of Tübingen 2015) * Benjamin Schürch — benjamin.schuerch@student.uni-tuebingen.de Harald Floss — harald.floss@uni-tuebingen.de Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters, Abteilung für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie, Eberhard Karls Universität Tübingen

 






Entdeckung der mittelpaläolithischen Fundstelle
durch den Fund einer Blattspitze. Collection R. Bollow.

Nächste Möglichkeit zum Kennenlernen der paläolithischen Oberflächenfunde:
13.05.2017GfU-Mitgliederversammlung
mit anschliessendem GfU-Tag,
Vortrag von Benjamin Schürch.

Dienstag, 25. April 2017

639. Post. Lesefund aus dem Ascher Borgerhau

Ein ungewöhnlicher Kern von den Pingen des Neolithikums im heutigen Ascher Borgerhau.

Kerne, vor allem verworfene Kerne sind auf Hornsteinabbaustellen nichts Ungewöhnliches, sondern sind in Massen zu erwarten.

Der Mensch hielt sich  im Gegensatz zu den Siedlungen nur temporär auf den Abbaustellen/Bergwerken/ Pingen auf. Er grub an Ort und Stelle nach dem Rohmaterial, prüfte es auf seine Brauchbarkeit, hinterließ dort in erster Linie unbrauchbares Material und die Reste der groben Grundproduktion, denn zahlreiche Kerne im Borgerhau zeigen, dass nicht nur brauchbares Material in die umliegenden oder auch weiter weg liegenden Siedlungen gebracht, sondern auch vor Ort Klingen und Abschläge gefertigt wurden. Das weitgehende Fehlen von fertigen Werkzeugen ist anzunehmen, ebenso wie es nur wenige Nachweise von Werkzeuggebrauch geben dürfte, die nicht im Zusammenhang mit dem Abbau und der Herstellung von Werkzeugen standen.
Gebrauchte, verbrauchte und verworfene Werkzeuge sind eher ein Indiz für einen längeren Aufenthalt, wie er in Siedlungen anzunehmen ist. Im Pingenfeld stand das Rohmaterial im Fokus und nicht der Gebrauch der Zielabschläge und modifizierten Werkzeuge.

Neben den Bodenbildungsprozessen sind Verlagerungen des natürlich im Verwitterungslehm anstehenden Hornsteins vor allem ein Indiz für die Rohmaterialgewinnung und dem damit einhergehenden Umformungsprozess im Rahmen der Werkzeugherstellung. Spätere Verlagerungen sind im Borgerhau nun relativ selten, da dieses Gebiet wohl schon sehr lange forstwirtschaftlich genutzt worden war. Heute gelangen Funde einmal wegen der durch die forstwirtschaftliche Nutzung nur sehr gering entwickelten Deckschicht durch sehr oberflächliche Erdbewegungen an die Oberfläche, etwa durch Bioturbation, z.B. durch Mäuse, Wühlmäuse oder Maulwürfe, bzw. auch zum anderen durch die wenigen Eingriffe beim Pflanzen von Baumsetzlingen oder die Holzernte, die allerdings auch mit immer größeren Maschinen vorgenommen wird. 

Ein Kern aus dem tierischen Aushub eines größeren Mäusebaues. Markant ist, dass der Kern aussieht, wie frisch geschlagen und sehr scharfe Kanten aufweist. Ein Beleg, dass er nicht wie die Funde vom freien Feld mit Landmaschinen Bekanntschaft machen musste.

Derart unversehrte Kerne können sonst nur aus Grabungen geborgen werden und nicht von den intensiv bewirtschafteten Oberflächen.
Im Vordergrund die Schlagfläche, oben die helle Abbaufläche
mit den Klingennegativen


Lackglanz

 Oft findet man auf Siedlungen Kerne mit Sekundärfunktionen. Auch dieser Kern, den die Steinschmiede auf den Pingen zurückgelassen haben zeigt Spuren einer Sekundärverwendung, nachdem er als Klingenkern verworfen wurde. Die Grate der Klingennegative zeigen Lackglanz, eine durch Gebrauch entstandene Politur, wie sie sonst nur bei Sichelklingen und Erntemessern vorkommt. Zweifellos scheinen diese als einzige mit dem bloßen Auge identifizierbaren Gebrauchsspuren durch den Kontakt mit silikathaltigen Pflanzen entstanden zu sein. Man ging im "Bergwerk" offensichtlich auch anderen Tätigkeiten nach.

                  

 
Artefakte der Grundproduktion:
Angetestete, auf ihre Brauchbarkeit hin geprüfte Rohknollen.
Lesefunde.