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Dienstag, 13. April 2010

Einzelfunde werden fotografiert...
Einzelfunde in Einzeltüten....oder Dosen.

11. Die Funde im Einzelnen.
Die wichtigsten Einzelfunde werden beschriftet: 1. mit der Nummer des Fundplatzes, vergeben von der Denkmalbehörde, 2. mit der Nummer des Flurstückes (Parzelle, abgekürzt: P. ) und natürlich mit dem Namen der Markung ( Sonderbuch, Asch, Wippingen, usw.) teilweise auch mit dem Flurnamen ( z.B. Schlaghau, Hessen usw,)

Montag, 12. April 2010





10. Die Struktur der Sammlung / des Magazins auf das Sammler oder Fachwissenschaftler auf Anfrage zugreifen können / Erschließung / Findbuch/ Zugang

1. Kisten mit dem unsortierten Gesamtmaterial, Kisten nach Flurstücken beschriftet. Eindeutige Zuweisungen zu Fundparzellen konserviert.
2. Kisten mit Stücken die Besonderheiten aufweisen und etwas mehr Beachtung verdienen ( Kerne, Präparationsabschläge, wie Kernscheiben, Kernfüße- Diese Stücke sind beschriftet. eindeutige Zuweisungen sind konserviert. Von vielen dieser Stücke entstehen Fotografien (Dokumentationen) die den Ortsakten der Denkmalpflege in Tübingen- Abteilung Inventarisaiotn ) zugeleitet werden und teilweise in digitalisierter Form dort vorliegen.
3. Fundkisten / kleine Boxen jeweils für eine Parazelle mit den >modifizierten Artefakten, wie Klingen, Abschlägen, Bohrer, Kratzer, Pfeilspitzen, End- und Lateralretuschen, Klingen mit Lackglanz, ausgesplitterte Stücke, Schlagsteine (Klopfer) Geröllgeräte aus Felsgestein, wsie Beile, Dechsel, Reib- und Schleifsteine. Es sind neben der Keramik (keramisches Inventar) die aussagefähigsten Vertreter ( lithisches Inventar) aller Fundgattungen und lassen die wichtigsten Schlüsse zu für eine > Datierung oder Zuordnung aufgrund formaler Charakteristik in eine Kultur oder Gruppe.
Da diese Funde separiert sind und durch direkte Tusche-beschriftung keiner Verwechslungsgefahr ausgesetzt sind, lassen sich vergleichende Untersuchungen ebenso problemlos vornehmen wie Ausstellungen. Versenden, Ausleihe zu wissenschaftlichen Untersuchungen sind möglich und gewünscht.

Sonntag, 11. April 2010

Ein mittelneolithischer "Schuhleistenkeil." (schmalhoher Dechsell)
Kerne


9. Einfach mal zwischendurch ein paar Funde.................




Einfach mal zwischendurch ein paar Funde.................
Ein Sortiertablett: Stücke, die etwas mehr Beachtung verdienen,...das sind Kerne, Präparationsabschläge wie Kerfnscheiben etc. erhalten eine Tuschebeschriftung mit der entsprechenden Fundnummer, Ort, Flurstück, Teilstück der Flur und werden
einzeln vertütet.


Im Magazin; Jedes Flurstück erhält eine eigene Kiste, dort ist der Löwenanteil der Funde: Rohstücke, Kerntrümmer, verworfene Teile, Abfälle, jedoch die meisten mit Artefaktcharakter: Es wird alles mitgenommen! Ich werde später noch darauf zurück kommen wie wichtig es ist, keine selektiven Absammlungen vor zu nehmen.
Eine der Fundkisten vor dem Reinigen mit Laufzetteln....Später tragen die unspektakulären Artefakte keine eigenen Nummern, sondern nur die Kisten.




Neunter Post- Was geschieht nach dem Auflesen der Funde?
9. Die Magazinierung der Funde.

Zunächst werden alle Funde gereinigt. Das geschieht mit Wasser und weicher Bürste. Dabei ist besonders darauf zu achten, daß keine weiteren Beschädigungen mehr auftregten., sogenannte "Museumsretuschen" an Steinartefakten oder "Bürstenstrichverzierungen" an weicher Keramik . Die Erfahrung zeigt schnell, dass das Reinigen, Begutachten, Klassifizieren, Typisieren und Einsortieren, Beschriften und Magazinieren einen vielfach höheren Zeitaufwand erfordert, als die ohnehin schon zeitraubende Suche auf den Äckern und man hat sehr viel Zeit nach zu denken, sinnierend und spekulierend, lernend in die Materie ein zu tauchen, Thesen zu schmieden und sie wieder zu verwerfen.

Nach dem Waschen müssen die Funde gründlich trocknen. Bei allen Vorgängen ist peinlichst auf Trennung der Parzellen zu achten und Verwechslungen sind unbedingt aus zu schließen. Deshalb darf kein Vorgang, besonders wenn Pausen dazwischen liegen ohne ausreichende Beschriftung (Stichwort Laufzettel) oder Kennzeichnung erfolgen. Man tut gut daran dieselbe Sorgfalt walten zu lasssen wie sie bei arachäologischen Ausgrabungen Standard ist. Keine Tüte ohne Aufschrift!
Siedlungsspuren im Pflughorizont.....

Argumente für das Ablesen der Artefakte...
Erst einmal an der Oberfläche, geht die Zersetzung der niedrig gebrannten Keramik nicht nur durch
die mechanische Beanspruchung durch die Landmaschinen, sondern auch durch Frostschwank-
ungen rasch vor sich. Die Bodenfeuchte sprengt durch den Frost die porösen Kermikscherben.
Ohne Bergung und oft auch ohne Konservierung entsteht Totalverlust. Auch am Hornstein kann
Frostsprengung beobachtet werden

Pfeilspitze, rezent beschädigt. Spitze und ein Teil
der Basis sind zerbrochen. Fund im zeitigen Frühjahr.

8. Regen, Erosion bringt es an den Tag. Das geübte Auge erkennt die Spuren von Pfostengruben. von Lehmentnahmegruben und anderen letzten Spuren der Siedlungsstrukter schnell im frisch gepflügten Acker. Leider ist damit auch oft schon die endgültige Zerstörung der Befunde besiegelt.


Pfeilspitzen aus Sonderbuch, Neolithikum


6. Das sollen Menschen gemacht haben und nicht der Pflug?
Der Laie steht erst einmal ungläubig vor den "seltsamen Steinen" und fragt sich, wie man in so einem Stein ein so altes Werkzeug, ein "Gerät"...ein "Artefakt" erkennen will.....
Sie sind jedoch entstanden durch differenzierte, zeitlich meist unterscheidbare Abbautechniken...und kein Pflug, keine Egge, nichts...was selbst Hochleistungsmaschinen wie die Scheibenegge usw. an einem Stein zerschrammen, spalten, zertrümmern, sieht so aus, wie es ein von Menschenhand gezielt iniziierter Schlag vermag. Besonders, wenn der Abschlag vom Kern, also das abgelöste Teilstück noch weiter bearbeitet- modifiziert- wurde...

z.b. durch Kantenretuschierung, dem Zurichten der Kanten durch weitere kleine Abschläge, oder Spuren, die durch Benutzung entstanden sind. Die spektakulärsten Endprodukte erkennt auch der Laie z.B. in Form von Pfeilspitzen als etwas gewollt Entstandenes.