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Dienstag, 26. April 2011

243. Post. Bogerhau-"Lithothek"
Reinweißer, fein bis mittelkörniger Jurahornstein mit rauer Kortex mit Faunenresten (Molluskenschalen)
weißer Jurahornstein vom Borgerhau/ Asch mit Klingennegativen.
Ein Schlagstein (Klopfer)- Ein "Bearbeitungswerkzeug" mit dem der Mineur vor Ort im Abbau auch Werkzeuge geschlagen haben muss. Bild oben und unten zeigen das Schlagnarbenfeld an einem sekundär als Klopfer verwendeten, verworfenen Kern.

Ein sehr großer Klopfer. Auch er ein verworfener Kern, der sekundär als Schlagstein Verwendung gefunden hat. Unten das Schlagnarbenfeld rechts im Bild. Gegenüber liegt die Schlagfläche des ursprünglichen Kerns. Oben: Detail des Schlagnarbenfeldes.
242. Post. "Borgerhau- Lithothek"- das Hornsteinvorkommen bei Blaubeuren-Asch, Wald Borgerhau.
Ein link zur arch.Untersuchung: http://lesefunde.blogspot.com/2010/06/zum-64_7724.html.

Jurahornstein vom Borgerhau, Blaubeuren-Asch
Jurahornstein vom Borgerhau, Blaubeuren-Asch, mit Kernkantenklinge...
Jurahornstein vom Borgerhau, Blaubeuren-Asch. Restkern.
Jurahornstein vom Borgerhau, Blaubeuren-Asch.
Jurahornstein vom Borgerhau, Blaubeuren-Asch.
Jurahornstein vom Borgerhau, Blaubeuren-Asch
Jurahornstein vom Borgerhau, Blaubeuren-Asch.
Jurahornstein vom Borgerhau, Blaubeuren-Asch.
Jurahornstein vom Borgerhau, Blaubeuren-Asch
Jurahornstein vom Borgerhau, Blaubeuren-Asch.
Jurahornstein, rosa, vom Borgerhau, Blaubeuren-Asch.
Rosarot gebänderter Jurahornstein von Blaubeuren-Asch.
Rosarot gebänderter Jurahornstein von Blaubeuren-Asch.
Jurahornstein von Blaubeuren-Asch
Jurahornstein von Blaubeuren-Asch
Jurahornstein von Blaubeuren-Asch
Blaugrauer Jurahornstein von Blaubeuren- Asch.
Borgerhauhornstein
In der Randzone gebänderter, feinkörnbiger Jurahornstein aus Asch-Borgerhau, zur Mitte hin wird die Knolle grobkörnig und wurde vielleicht deshalb verworfen.
Jurahornstein von Blaubeuren Asch/ Borgerhau.konzentrische Bänderungen im Jurahornstein von Blaubeuren-Asch/ Borgerhau.
Jurahornstein vom Borgerhau, grobe Zurichtung, frühe Stadien des Abbaus und zwei Klingen




242. Post." Borgerhau-Lithothek." Das verworfene Rohmaterial- Lesefunde der heutigen Oberfläche. Impressionen von der ältesten Abbaustelle der Region... oder: über die Ästhetik von Steinen.




Ein Link zur Vorstellung der Grabung:




Sonntag, 24. April 2011


240. Post. Ostermorgen 2011 und seine Funde...
... liche Ostergrüße...( Hornsteinknolle in Herzform, Laune der Natur...)
Die Hochfläche beim Mairinger...
Kerne...
oben, sehr flach angelegte Abbauflächen, So werden sie häufig auf der LBK-Fundstelle (Siedlung) SOND008 angetroffen./unten steil.Kern. Der Klassiker: eine Schlagfläche, eine Abbaufläche, unbearbeiteter Rücken. Aufgegeben wegen stecken gebliebener Schlagbahnen. Erneutes Abnehmen der Schlagfläche durch einen Präparationsschlag ( Kernscheibe) wäre wohl noch möglich gewesen, die Klingen wären jedoch dann sehr klein geworden. Das wäre eine mögliche Erklärung, warum der Kern trotz hervorragender Schlageigenschaften und perfekter Bruchausdehnung aufgegeben worden war. Das Ziel muß eine Serie gleichmäßiger, auch gleichmäßig langer Klingen gewesen sein. Diese Kerne sind häufiger auf den mittelneolithischen Fundstellen um Sonderbuch.
Kerne./ prismatischer Klingenkern. Auffällig ist an dieser Fundstelle, dass die regelmäßigen Kerne überwiegen und 80% des gesamten Fundmaterials ausmachen. Die dazu "passenden" Klingen ( noch ) nicht gefunden sind.

happy easter!
240. Post. Weniger nahrhafte, aber gleichwohl erfreuliche Osterfunde der archäologischen Art. Ein Ostermorgen bei Asch/ auf Mairinger, ASCH.016.656.
239. Post. Lesefunde vom Pingenfeld in Asch-Borgerhau.


Varietäten des Jurahornsteins vom Borgerhau. Am häufigsten sind graue und weiße Varianten, während brauner Jurahornstein, der anderswo auf der schwäbischen Alb zusammen mit Bohnerzablagerungen vorkommt, an dieser Stelle nahezu fehlt.(Zitat Fisher, Knipper, et al. Fundberichte.)


Weiß-graue-Bänderung
Eine nahezu weiße Klinge, die sich auf dem hellen Kalksteinhintergrund kaum abhebt. Oben ventral, unten Dorsalseite. Die Klinge blieb im Kern bei der Bruchausdehnung stecken. (Angelbruch)


links hellgrau, rechts dunkelgrauer Hornstein, die sich kaum vom Kalkstein abheben. unten dito.



hellbraune Kortex, die Farbe des Lösslehms/ Verwitterungslehm, in dem die Hornsteine sekundär lagerten.
Ein sehr großer Kern einer frühen Zurichtungsstufe, geschlagen vor Ort an der Lagerstätte im Pingenabbau.

Abschlagsnegative am Kern.

239. Post. Lesefunde vom Pingenfeld in Asch. Varietäten des Jurahornsteins vom Borgerhau. Insgesamt variiert das Rohmaterial der Fundstelle Borgerhau sehr stark in Farbe, Textur, Körnigkeit und Qualität.



Viele der Trümmer zeigen nur verhalten die Intention eines Steinschlägers, die aus dem "Stein ein :Artefakt" schlägt. Doch ist jedes dieser Trümmer durch die Hand eines frühen Siedlers gegangen. Auf Fundstellen trachtet der Sammler danach die Intention, also die Artefaktwürdigkeit zu erkennen, richtet sich danach, ob es Schlagkegel (Bulbus) Klingennegative oder einen Schlagflächenrest gibt um Natur von Kulturschaffen zu unterscheiden. Viele, vielleicht die meisten dieser Trümmer, Absplisse, grobe, verworfene Steine, haben keine auf den ersten Blick erkennbare Intentionen, doch da sie alle von einer Abaustelle stammen, muss man diese unterstellen. Ein "Meer" von Artefakten im engen Wortsinn. Und: ein in ganz besonderem Maße einmaliges Denkmal, das eines ganz besonderen Schutzes bedarf.






238. Post. Asch. Borgerhau. Die Fundstelle. Neolithisches Pingenfeld.
Auf der Oberfläche streuen die Produktionsabfälle bzw. Artefakte der groben Grundproduktion



Eine offene "Lithothek": Jurassic chert, Borgerhau type. Auf kleinster Fläche das große Spektrum der Varietäten... Eine ähnliche Oberflächensituation, Splitter, wie "geschottert" findet sich auch auf offenem Felde zwischen dem Borgerhau und dem Dorf Asch. Vermutlich liegt dort ein Teil der Abbaustellen offen, wurde aber noch nicht näher untersucht. Große Teile sind dort allerdings nicht zu finden, was vielleicht mit dem regelmäßigen Ablesen der Feldsteine zusammen hängt. Auch größere Kalksteine sind dort nicht zu finden.




Klingennegative, frühe Zurichtungsstufen an einem großen Kern


Großer Kern mit ebenfalls frühen Stadien des Abbaus

oben eine Frostscherbe, wohl mit den selten zu beobachtenden Eisenoxiden.
Abfälle früher Stadien der Steingeräteherstellung
Eine verlassene Grabungsstelle von 2007 . Der link zur Grabung: http://lesefunde.blogspot.com/2010/06/zum-64_03.html
Mulden im Gelände...
Lesefunde auf den Oberflächen, nach Abnahme der Laubschicht vom letzten Herbst.
Varietäten..Belege von weiß bis blau...auf kleinster Fläche, in situ zwischen den Wurzeln eines Windbruchs.






Die Grenzen von Hornstein zu Kieselkalk, bzw. verkieseltem Kalk sind fließend und ziehen sich manchmal durch eine Knolle. Unten: Der Randbereich unter der Kortex ist feinkörnig, zur Mitte hin ist das Material sehr grob.



238. Post. Asch- Borgerhau- Hornsteingewinnung durch Pingen-Abbau. Die Fundstelle.





Der Wald Borgerhau lag lange im Verdacht das Gebiet einer umfangreichen Abbaustelle zu sein. 2006-2007 schließlich gelang es rund 200 Gruben und Mulden verschiedener Größe, sowie Halden zu vermessen. (Arch. Ausgrabungen in Baden Württemberg 2007, Seite 36, Jungsteinzeitliche Hornsteingewinnung in Blaubeuren-Asch "Borgerhau", Alb Donau Kreis, im Kontext der neolithischen Siedlungslandschaft auf der Blaubeuer Alb, Lynn Fischer, Susan Harris, Corina Knipper, Rainer Schreg.






Im Umfeld dieser Mulden und Halden wurden zahlreich Bruchstücke qualitativ guten Jurahornsteins und Artefakte in großer Zahl gefunden. Bereits in den 1950er Jahren konnten von einem Herrn Nuber Artefakte in einer Baumschule auf gelesen werden, und wurden einem groben Mesolithikum zu geordnet. Der angenommene Zeithorizont stimmt nicht, was die archäologische Untersuchung anbelangt.Die heute noch auf den Oberflächen liegenden Silexspektren sprechen durch die Fundbelege inzwischen schon deutlich für die Silexgewinnung. Die Artefakte, Kerne, Abschläge, Klingen, Trümmer und natürliche Hornsteinknollen , überwiegend Schlagabfälle verweisen in alle Stadien der Steingeräteherstellung. Den Forschungen nach wurde hier von etwa 4500 vor Christus bis 2000 vor Christus Hornstein aus den sekundären Lagerstätten im Lehm abgebaut. die Gruben sind erstaunlich tief und keine der Sondagen hat ungestörte Schichten erreicht. Die letzte Phase des Abbaus wurde mit den Scherben eines Bechers belegt ( die einzigen bisher gefundenen "Leitfossilien Keramik" der in die Zeit passt in der die berühmte jungneolithische Siedlung Ehrenstein bestand. (Sie ist vor allem für die sonst nirgendwo bekannten, durchbohrten Kalksteinscheiben bekannt geworden.)






Zu den charakteristischen, in faust-bis kopfgroßen Knollen oder Fladen vorkommenden Rohmaterialien ( siehe Literaturhinweis) gehören ein feinkörniger, hell- bis mittelgrauer oder bläulicher Hornstein mit teilweise konzentrischer Bänderung und eine mittelkörnige, weiß bis hellgrau gebänderte, oft fossilführende Variante. Das Material einiger Knollen ist direkt unter der Kortex fein- bis mittelkörnig, im Inneren jedoch sehr grob. Die Kortex ist typischer weise sehr dünn.