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Sonntag, 22. Januar 2012

332. Post. Der Winter, der ( fast) ein Sommer war...

Schneemangel... und freie Sicht auf Funde...ist derzeit gut möglich. Selbst die kleinsten Absplisse sind gut auf den Oberflächen aus zu machen. Nach dem Regen und der Schneeschmelze der letzten Tage sind sogar die kleinsten Bohnerzkügelchen frei gewaschen.

Samstag, 31. Dezember 2011

331. Post. Nostalgie; Notbergungen am Schmiechener See.

 Mai 1987; Notbergung bei der Verlegung des Bachbetts des Siegentalbaches, der in den Schmiecher See mündet. Am See siedelten die Urnenfelderleute...
Die gezeigten Seiten entstammen der Tagesausgabe der Schwäbischen Zeitung Ehingen

 Ehrenamtliche Beauftragte und ehrenamtliche Helfer retten vor Ort die Zeugnisse aus der Baustelle.


330. Post.Nostalgie: Grabhügel am Burrenhof 1987


 Lernen als ehrenamtlicher Grabungshelfer................................................................................................






Grabungen sind das Privileg der Archäologen. Um dennoch mit den Grabungsmethoden vertraut zu werden und um zu wissen, was wissenschaftlicher Standard ist, ist es notwendig als Laie, will man als solcher ehrenamtliche Arbeit verrichten, immer wieder an Grabungen teil zu nehmen, den Blick zu schulen um so den notwendigen Blick für den archäologischen Kontext zu gewinnen. Eine meiner "ehrenamtlichen Schulungen" war die Ausgrabung an Hügel 17 beim Burrenhof, Gemeinde Erkenbrechtsweiler bei Urach. Verantwortung kann nur der mit übernehmen, dem hier das Wesentliche vertraut ist. Bei der Einbindung von Sondengängern wird auf solche Basisschulungen meist weitgehend verzichtet. Sie fußen im Wesentlichen auf das Gewinnen von Geodaten. 

329.Post. Neujahrswünsche

Ich wünsche allen meinen Lesern und lithophil Veranlagten ein frohes, gesundes Neues Jahr und wenn Sie selbst Sammler sind - viele neue Erkenntnisse...
Die mit you-tube verlinkten Seiten wurden entfernt. Urheberrechtsprobleme machen den blogs und Foren das Leben schwer und teuer.

Dass bald das neue Jahr beginnt,
spür ich nicht im Geringsten.
Ich merke nur: die Zeit verrinnt,
genau so wie an Pfingsten.
Die Zeit verrinnt. Die Spinne spinnt
in heimlichen Geweben.
Wenn heute Nacht ein Jahr beginnt,
beginnt ein neues Leben.
Ringelnatz

Dienstag, 27. Dezember 2011

328. Eine retuschierte Klinge mit Stichelende.


 Stichel ... gehören nicht zum Standardinventar neolithischer Siedlungen. Die ersten finden sich, oft nicht wirklich gewollt wirkend, im Acheuleen. Erst im Jungpaläolithikum sind sie häufig vertreten. Glegentlich treten auch im Neolithikum Stichelmodifikationen auf. In erster Linie handelt es sich bei diesem Artefakt um eine links lateral nach dorsal retuschierte Klinge. Am Distalende weist sie eine Stichelbahn (Sonderform der Retusche) auf, die nach ventral Gebrauchsretuschen zeigt. Nach Lage der Kantenretuschierung mit dem verbliebenen Schlagflächenrest auf der Spitze ist auch eine Bohrfunktion angelegt.                                                                                                                                             
oben: Das Distalende der Klinge

 oben und unten: Das Proximalende mit dem Schlagflächenrest, vielleicht die Bohrerspitze.


Montag, 26. Dezember 2011

327. Post. Neolithische Keramik.NEU

In Wippingen auf der Flur Höfermahd gibt es nur sehr wenig unverzierte, frühgeschichtliche Keramik. Heute fanden sich zwei Keramikfragmente. Links das Fragment eines dünnwandigen, vermutlich mittelneolithischen Topfes, dessen Scherben organische Bestandteile und kleine Bohnerzkügelchen aufweist; rechts ein Bodenfragment eins vielleicht bandkeramischen Vorratsgefäßes. Auch im lithischen Inventar gibt es sowohl älterneolitische, als auch mittelneolithische Komponenten. Besonders der ältere Scherben ist weich und hätte den Frost diesen Winter an der Oberfläche wohl nicht überstanden. Er besitzt eine sehr feine, glimmerhaltige Magerung. Er weißt sowohl Schrüh- als auch Reduktionsbrand auf.

Edit: Die gesamte Keramik von der Höfermahd, überwiegend LBK- Bandkeramik (auch eindeutige Handhaben wie Grifflappen und Nuppen) ging am 4.10. per Post zur Denkmalpflege. Es scheint so, dass auch jüngere Zeithorizonte vertreten sind, eventuell eisenzeitliche. Neue Informationen hierzu werden an dieser Stelle nach gepostet.
Edit: März 2014. Bislang keine Rückmeldungen vom Amt.


خوش آمدید


326.Post. Kern mit "Kratzerkante."

 Ein prismatischer Klingenkern von der Höfermahd. An einem Grat eines Klingennegatives wurden Querretuschen an gebracht, möglicherweise für eine Funktion die der eines Kratzers gleich kommt. Die Nomenklatur hat hierfür keine Bezeichnung.
Das Material entspricht der reinweißen Varietät des Jurahornsteins, wie er im Borgerhau ansteht. Möglicherweise sind es auch nur Ausbrüche, die bei der Sekundärverwendung als Schlagstein/Klopfer    (einmaliger Gebrauch) entstanden sind. Ein gescheiterter Versuch eine zweite Schlagfläche durch einen Präparationsabschlag zu schaffen scheidet meiner Meinung nach aus, (also wenn das Ziel z.B. gewesen wäre einen bipolaren Kern zu schaffen) weil die Abnahme des Kernfußes aus einer anderen Schlagrichtung hätte erfolgen müssen.
Dazu darf man nicht vergessen, dass eine rezente Beschädigung nie aus geschlossen werden kann. Die Fundlage- frisch aus dem Kolluvium- spricht allerdings dagegen.