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Dienstag, 27. Mai 2014

510. Post. Geschulterter Klingenbohrer ohne Gebrauchsretuschen

Maximale Ursprungslänge weist dieser beidseitig geschulterte Bohrer aus Wippingen auf.

Damit besitzt er die unveränderte Länge der Grundform (Klinge) Die ( hier steilen, dorsalen) Retuschen der Bohrerdorne laufen in der Regel an der Spitze zusammen. Bohrerdorne, formen sich auch durch den Gebrauch. Durch den Gebrauch reduziert sich nicht nur die Bohrerlänge, sondern auch die Breite des Dorns. Der heute aufgefundene Bohrer zeigt jedoch nichts davon, sondern präsentiert sich im ungebrauchten Zustand, lediglich mit den formgebenden Retuschen der Herstellung. Das Dornende wird noch vom Distalende der Grundform gebildet und ist somit ein eher seltenes Beispiel eines noch unbenutzten, vielleicht auch in seiner Herstellung noch nicht ganz vollendeten Werkzeugs (Halbfabrikat).


rechtslateral




dorsal

ventral

linkslateral

oben und unten rechtslateral mit dem Distalende der Grundform 

oben links und rechts vollständige Bohrer mit Dorn, deren formgebende Retuschen von Gebrauchsretuschen überprägt sind.

Montag, 26. Mai 2014

509. Post. Bayrischer Plattensilex in Sonderbuch

Im Mittelneolithikum ist der Handel mit besonderen Rohmaterialien Bestandteil der Kultur. 

Wie schon an anderer Stelle bemerkt, setzt sich im Mittelneolithikum die in der jüngeren LBK einsetzende Bevorzugung lang-schmaler Klingen fort, was wohl auch ein Grund für die systematische Ausbeutung von bayrischem Plattensilex war.
Klingen und Klingenfragmente, zwei davon mit Endretusche, von der stichbandkeramischen Siedlung Grund.
Die Bänderungen, die rindenparallel verlaufen, liegen immer längs der Schlagrichtung.


Bei diesem Plattensilex handelt es sich um einen gebänderten Hornstein aus Abensberg- Arnhofen, der nicht nur wegen seiner sehr guten Qualität und den großen Mengen auf großes Interesse der Archäologie stößt. Aufgrund seiner Färbung und feinen, planparallelen Bänderungen ist er optisch leicht und sicher bestimmbar. Die Ausbreitung des Materials ist deshalb vergleichsweise gut erforscht und aufgrund der Freiland- und Siedlungsbefunde werden frühe Handelswege rekonstruiert.
Er kommt im Neckarland, dem Rhein-Main-Gebiet, in Niedersachsen, Westfalen, Thüringen und Böhmen auf Siedlungen vor. Auch in Österreich gibt es zahlreiche Fundstellen, vor allem um Linz und Melk. Der Abbau in Abensberg-Arnhofen begann nach 5400 vor Christus während der Linienbandkeramik. Auf der LBK-Siedlung SOND8, Schlaghau gibt es vereinzelte Abschläge von der Oberfläche. Der Abbau wurde nach 5000 vor Christus, also an der Wende zum Mittelneolithikum intensiviert. Auf der Stichbandkeramischen Siedlung "Grund", Sonderbuch, gibt es mehrere Lesefunde in Form von langschmalen Kingen und Klingenbruchstücken, obgleich vor Ort ausreichend Rohmaterial vorhanden war. Auch die Ausbeutung der Lagerstätte des Borgerhau hat seine Blütezeit womöglich im Mittelneolithikum erfahren. Die Fladen des Plattensilex waren für die intensive Klingenindustrie prädestiniert und gelangten, wohl als begehrte Handelsware auf die Blaubeurer Alb. Unter den 7300 Artefakten der archäologischen Untersuchung/ Grabung 2006 waren 68,3 % Abschläge, davon waren 15,6 % Klingen aus Jurahornstein.

Einen weiterführenden link zu einer Rohmaterialuntersuchung (zur Diss. von Anne Marie Bertsch ) / Abensberg/Grund/Borgerhau/Höfermahd u.a. finden sie hier:

http://archaeologik.blogspot.de/2014/05/rohmaterialuntersuchungen-auf-der.html

Siehe zu Plattenhornstein Post Nr. 418 (LBK), 193 und 166 ( LBK)

Sonntag, 18. Mai 2014

508. Post. Impressionen der Museumseröffnung - URMU Blaubeuren

Die älteste Kunst der Menschheit ist nun wieder in Blaubeuren, 

Nahe des Hohle Fels, wo sie auch gefunden wurde.
Das "Blaumännle" titelt in dieser Woche: Die Urmutter kehrt ins Achtal zurück. Die Südwest-Presse: Eine Vision wird Wirklichkeit, oder: Einzug der Urmutter...
Gemeint ist die Venus vom Hohle Fels, die nun ihre neue Wohnung im Urgeschichtlichen Musuem (URMU) Blaubeuren bezogen hat. Die nur 6cm große Figurine gilt als derzeit älteste, bekannte Menschendarstellung der Welt und diese Attraktion wurde mit zahlreichen Aktionen im Museum und einem Straßenfest der Stadt Blaubeuren auf dem südlichen Kirchplatz gebührend gefeiert. Gleichzeitig wurde im Museum das neue Tourismusbüro eröffnet.



Große Ereignisse warfen schon im Vorfeld ihre großen Schatten voraus: eines der großen Plakate


Schon um 10 Uhr bildeten sich die ersten Menschenschlangen

Mitmachaktionen






Experimentelle Archäologie- Klingentechnologie 


Experimentelle Archäologie- Friedrich Palmer




Steinzeitwerkstatt-Mitmachaktionen




Der großzügige Innenhof- während sich im Museum die Menschen stauten und ein Fortkommen nur in "Blockabfertigung" möglich war...

Experimentalarchäologe Friedrich Palmer und Bürgermeister Seibold

Sensationen ziehen an. Echte Superlative rechtfertigen den Aufwand...
Oben am Eingang zum neuen URMU. Ein Schwerpunktmuseum Altsteinzeit. Fundstücke und Illustrationen enden mit dem Paläolithikum. In der alten Konzeption wurde der Bogen bis hinein in das Neolithikum gespannt. Von diesem alten, mehr wie ein "Heimatmuseum" konzipierten Erscheinungsbild wird nun deutlich, in jeder Beziehung überzeugend und beeindruckend und auch mit erheblichem finanziellen Aufwand ab gewichen. Das Neolithikum fehlt jetzt. Die Geschichte nach Ende der Altsteinzeit wird in Blaubeuren nirgends erfassbar und erlebbar, eine Ausnahme bietet das Heimatmuseum im Badhaus.  Damit unterschiedet sich das beeindruckende Konzept von Museen wie in Schelklingen oder in Ehingen, die dem Besucher eine Zeitreise durch alle Zeiten zu ermöglichen versuchen. Auch in Blaubeuren gibt es - z.B. mit den Hornsteinabbaustellen auf der Blaubeurer Alb noch heute im Gelände sehr beeindruckende Zeugnisse der Menschheitsentwicklung die mehr Beachtung verdient hätten.  Vielleicht ergeben sich daraus noch neue Ziele für die Zukunft. 

Freitag, 9. Mai 2014

507. Post. Aus mittelneolithischem Kontext ( Stichbandkeramik und Oberlauterbach) kommen...

151 Bohrer von einer einzigen Siedlung...

Neufunde wurden und werden nachträglich ergänzend an gehängt.
Foto 1 - 52 Bohrer, meist geschultert, und Bohrerspitzen (Dorne)

Foto2, Bohrer 53 bis 82 
Foto 3, Bohrer 83-89 aus 2014

Sonderbuch "Grund" ist die erste, 2006 durch Grabungsbefunde belegte, mittelneolithische Siedlung auf der südöstlichen schwäbischen Alb. Das Grabungsinventar( gesamt 7300 Artefakte) , das überwiegend aus unmodifizierten Abschlägen besteht ( 5012) sowie 1193 Klingen, spiegelt auch, dass das Vorkommen von Bohrern hier sehr hoch ist.  Unter 107 modifizierten Artefakten, das sind 1,5 % des Gesamtinventars, sind allein 62 Bohrer. Aus den Absammlungen von Herrn Helmut Mollenkopf, Treffensbuch,  wurden ca. 6800 Artefakte in die Auswertungen ein bezogen. Einzelfundeinmessungen fanden zu diesem Zeitpunkt nicht statt. Die Grabungsmannschaft hat zusätzlich 3800 Oberflächenfunde in der Fläche per Hand-GPS eingemessen. Meine Sammlung weist momentan 151 Bohrer auf, wobei der Inhalt zahlreicher Fundtüten noch keiner näheren Begutachtung und Reinigung unterzogen wurde. (Gesamtanzahl Bohrer,  213 bisher erfasst) Die Keramik konnte der mittelneolithischen Zeit der Stichbandkeramik zugeordnet werden. Ebenfalls wurden hier Scherben der zeitgleichen Oberlauterbach-Gruppe gefunden. Die Sonderbucher Sammlung fand keinen Eingang in die Auswertungen. Es handelt sich bei allen Bohrern fast ausschließlich um Klingenbohrer.

Nachtrag: ( 21.05.2014)
Foto 4. Bohrer  90 bis 99 aus 2014
Bevorzugtes Siedelgebiet des Mittelneolithikums waren neben Flussläufen auch höher gelegene Orte oberhalb von Flusstälern, wie es in Sonderbuch der Fall ist. Das gilt sowohl für die Stichbandkeramik, wie auch die mit ihr verwandte Oberlauterbacher-Gruppe. Die letztgenannte war vor allem in Niederbayern, der südlichen Oberpfalz und im bayrisch Schwaben verbreitet. Diese war lange ein Stiefkind der Archäologie. Bei beiden Kulturträgern handelt es sich nicht um Einwanderer, sondern sie stammen von den voran gegangenen Linienbandkeramikern ab. Wie sie wohnten sie in 30m langen, deshalb Langhäusern. Entsprechend groß sind die Fundflächen aus den Aktivitätszonen im Kontext auch nur eines Hauses. Die Siedlung Grund ist wohl eine stichbandkeramische Siedlung. Als Studentenweisheit gilt, dass nicht überall wo Meißner Porzellan gefunden wird auch Sachsen wohnen. Es wurde öfter auf die hohe Rate des gemeinsamen Vorkommens von Stichbandkeramik und Oberlauterbach hingewiesen (bsp. Bayerlein 1985) Man geht überwiegend davon aus, dass es sich um zwei verschiedene Kulturgruppen handelt, das gleichzeitige Vorkommen aber am ehesten auf Austausch beruht. Wenn hier zeitgleiche, aber kulturell zu trennende Siedlungen nicht in räumlicher Nähe zueinander standen, könnte die Oberlauterbacher Keramik ein Import aus dem niederbayrischen Kerngebiet sein. Die Stichbandkeramik und die Oberlauterbach Gruppe datieren etwa 4900 bis 4500 vor Christus.

Foto 5. Bohrer 100 bis 110 aus 2014
Die Bohrer, auf Siedlung "Grund" in sehr auffällig großer Zahl gefunden, müssen eine sehr ausgeprägte Verwendung gehabt haben. Definitionsgemäß weisen Bohrer zwei retuschierte Kanten auf, die sich in einer deutlichen Spitze treffen. Die hier steilen Retuschen sind überwiegend dorsal an gebracht, können aber auch ventral oder alternierend angelegt worden sein (Vrgl. Gehlen, Steinartefakte 2012) Die Bohrerdorne vom Grund sind häufig durch eine mehr oder weniger deutliche Schulter vom übrigen, meist kurzen Teil der Kante abgesetzt. Bei einer zweiten Form führen zwei kontinuierlich retuschierte Kanten auf die Spitze zu. Abgrenzungsprobleme zu Spitzklingen sind bisher nicht erkennbar, da die Letztgenannten bisher fehlen. Sie wurden in Sonderbuch nirgends gefunden bzw, nicht erkannt.
Foto 6. Bohrer 111 bis 120 aus 2014
Wozu diese Bohrer, und warum in so auffällig großer Zahl? Die Stichbandkeramiker, wie auch die Leute der Oberlauterbach Gruppe waren wie ihre Vorfahren in erster Linie Ackerbauern und Viehzüchter. Die Jagd spielt keine wichtige Rolle. Sie Bauten Getreide, Linsen, Erbsen an und hielten Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine. Sie tauschten mit Saatgut, Getreide und Mehl, aber auch ihren Tieren, Tongefäße, deren Verzierung den Kulturen ihren Namen gab, sowie seltenen Steinarten wie etwa den bayrischen Plattensilex. Letzterer kommt auch vereinzelt auf der Siedlung Grund vor, in Form von langschmalen Klingen, deren in der LBK einsetzende Bevorzugung sich im Mittelneolithikum fort setzt und die mit ein Grund für die systematische Ausbeutung des Plattensilex war.
Foto 7. Bohrer 121 bis 131 aus 2014
Über den Einsatz von Bohrern weiß man nicht allzu viel. Sie fanden schon im Paläolithikum Verwendung. Sie wurden zum Durchlochen sehr unterschiedlicher Materialien verwendet. Dabei ist auffällig, dass sie ungeachtet der Materialien die damit bearbeitet wurden sehr in Breite, Dicke genormt erscheinen, egal ob sie nun aus der Grundform Abschlag oder Klinge gefertigt wurden. Sie erscheinen hier im Mittelneolithikum grundsätzlich etwas kleiner als in der Linienbandkeramik. Die ebenfalls eher kleinen Bohrer der ältesten Linienbandkeramik bringt man mit der Herstellung von Steinperlen in Verbindung. Außerdem geht man in der Regel von Schäftungen aus. Die Längen der Bohrerdorne und Geräte insgesamt sind variabler als die Breiten und Dicken ( Birgit Gehlen, Steinartefakte, 2012) Das spricht wohl für den Abnutzungsgrad der Dorne.
Foto 8. Oben Bohrer 132 bis 136
unten: Halbfabrikate. Sie weisen nur eine Schulter und noch keinen fertigen Dorn auf.
ebenfalls aus diesem Jahr/ 2014
Was etwas Licht in das Dunkel der Frage nach der Verwendung/  dem Gebrauch  bringt, sind die makroskopisch untersuchten Gebrauchsspuren der Bohrer. Die Mikrogebrauchsspuren sind bislang am häufigsten an Bohrern der Linienbandkeramik untersucht worden. Jean-Paul Caspar (1984) kommt dabei auf die Verwendung durch das Bohren von Holz und Haut. Auch in den mittelneolithischen Siedlungen Südostbayerns ist eine markante Rolle dieser Geräte feststellbar. Im südmittelfränkischen Alpenvorland (Gehlen, Davis 1975, Grillo 1997) soll es Bohreranteile bei den modifizierten Geräten von bis zu 30 % geben. Doch nicht alle Bohrer waren geschäftet. Es sind generell auch Arbeitsspuren an den Kanten von Bohrern zu beobachten, sogar Lackglanz kommt vor.
Eine mögliche Verwendung von Bohrern ist die Durchbohrung von Kalksteinperlen. In Gaimersheim (Kreis Eichstätt) in Bayern wurden Perlen einer vermutlich mittelneolithischen Schmuckwerkstätte gefunden, die der Oberlauterbach Gruppe zu geschrieben wird. Oben Sammlung R.Bollow, Bilder C.Fuchs.
aus: Steinzeitwissen.de)

Nachtrag: 22.05.2014
Foto 9. Bohrer 137 bis 146 aus 2014
Nachtrag; 30.5.2014
Foto 10. Bohrer 147 bis 151 aus 2014
Nachtrag 15.6.2014
Möglicherweise derselbe Zeithorizont: Zum Verwechseln gleiche Bohrer aus einer Siedlung bei Wippingen, also schon Ulmer Alb, die sich  nicht an die modernen Grenzen halten will. Sie liegt unmittelbar auf Wippinger/Sonderbucher Grenze und dem Pingenfeld Borgerhau am nächsten. Sie kommen wohl nicht nur aus einem vergleichbaren Technokomplex und Zeithorizont, sondern scheinen auch hier häufig zu sein.

 premier visiteur de Kamerun./ beaucoup de plaisir sur mon blog!

506. Post. Ein ausgesplittertes Stück aus Wippingen

Wie ein grober "biface", dem die Spitze abhanden gekommen ist,  erscheint auf den ersten Blick ein aus gesplittertes Stück aus Wippingen. 

Die Grundform war ein mehr oder weniger gezielter Abschlag, möglichweise ein Präparationsabschlag der Grobzerlegung.
Dorsalseite eines breit-kurzen Abschlages. Links die Arbeitskante (Distalende der Grundform), rechts die Gegenseite (Proximalende der Grundform)

Die Ventralseite der Grundform. Links Mitte der Sitz des ehemaligen Schlagflächenrestes, der durch den Gebrauch abhanden kam.

Auf diese Kante wurde ein Gegenstand geführt, etwa um die Arbeitskante gegenüber in ein Werkstück zu treiben, also etwas zu zertrümmern oder zu spalten bzw zu zerteilen.  . Platt gesagt, hier wurde drauf geschlagen. Das Proximalende der Grundform ist durch diesen wiederholten Impact zertrümmert.


Das Distalende der Grundform, die Retuschen der Arbeitskante

ventral sind die Auswirkungen des Gebrauchs weniger ausgeprägt als

Dorsal, auf denen sich die unregelmäßigen Ausbrüche (durch den Gebrauch entstanden)  zeigen. Diese Tatsache bezeugt wohl  einen geneigten Schlagwinkel, heißt, das hier vorliegende Zwischenstück wurde nicht senkrecht aufgesetzt. Bei  vielen Techniken des Zerspanens sind geneigte Schneidewinkel notwendig.
Siehe auch: http://www.steinzeitwissen.de/artefakttypen/ausgesplittertes-stuck
 Vergleiche auch: Post Nr. 500 

Mittwoch, 7. Mai 2014

504. Post. Silex unbekannter Provenienz.

Ungewöhnliches Rohmaterial von einer der Borgerhau-Pingen am nächsten gelegenen Siedlung.

Ein deutlicher Schlagkegel ( Hertzscher Kegelbruch) kennzeichnet ein Rohstück (Kerntrümmer) einer neolithischen Siedlung auf Wippinger Markung. Es handelt sich um ein deutlich abgerolltes Flussgeröll. Möglicherweise wurde es aus den alten Donauschottern aus gelesen, könnte aber auch aus einer Endmoräne stammen. 
Vermutlich handelt es sich um Kreidefeuerstein, der hier geologisch nicht ansteht. Ob Menschenhände ihn in seine jetzige Form brachten, bleibt vorerst unklar. 
Das Trümmerstück ...

Oben der Schlag- Kegel, der einen ziemlich gewaltigen Impact belegt.

Ob der Schlagkegel intentionell entstand, bleibt dahin gestellt.  Die Wahrscheinlichkeit, dass das Rohmaterial aber nicht zufällig in den Siedlungsbereich gelangt ist, ist sehr groß. Die Bruchstellen erscheinen so frisch, dass ein rezenter Vorgang nicht aus geschlossen werden kann. 

Grauweiß , patiniert und abgerollt: Die natürliche "Rinde".
Die Siedlungsstelle liegt direkt an den Hornsteinabbaustellen des Borgerhau, heißt die Grundversorgung der Siedler mit dem Rohmaterial Hornstein war sehr gut. Im Umfeld der Fundstelle wurden mehrere mittelpaläolithische Artefakte geborgen. Möglicherweise datiert das hierher verbrachte Material auch in eine Zeit, in der die Lagerstätte des Borgerhau noch nicht erschlossen war. Das Rohmaterialspektrum aller Siedlungs bzw. Fundstellen ist fast ausschließlich auf den lokal anstehenden Hornstein beschränkt. Nur wenige Funde wie dieser belegen auch andere Quellen, falls ein zufälliges, möglicherweise sogar rezentes Einbringen in die Fundfläche aus geschlossen werden kann. Sicherheiten bieten nur intakte Befunde, aus ungestörter Stratigraphie.
Vergleichbarer Kreidefeuerstein vom Ostseestrand (Travemünde, Exkursion 1994)