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Freitag, 7. September 2012

407. Post. Früh übt sich...

Erste Prospektion...erste Ergebnisse von Paulina, am 6.09.2012. Finden, reinigen, freuen...
Putzen eines Klingenkernes

Klingenkerne...

schön sauber geworden...


Schöne Ausbeute für eine erste Prospektion...



eine kleine Klinge...


Entspannungsbad...



Kernscheibe


Mittwoch, 5. September 2012

406. Neues Dechselfragment.

Aus Amphibolit, der sich deutlich durch seine Amphibolitkristalle zu erkennen gibt, besteht ein neu gefundenes Dechselfragment  einer prioritär begangenen Fläche. Damit ist für die Fundfläche ein zweiter Dechsel belegt. (SOND.Breite)   Das Artefakt scheint durch eine Landmaschine fragmentiert worden zu sein, der Rest befindet sich wohl noch auf dem Acker. Eine Einmessung per GPS wird eventuell zeigen, wie weit sich durch die Bodenbearbeitung die weiteren Teile davon entfernt haben, so sie denn einmal gefunden werden.  Befunde von Grabungen zeigen wohl, dass die Oberfläche ziemlich genau die Situation der Straten spiegelt, oder die ursprüngliche Lage kaum verändern soll - die Verschleppung durch den Pflug angeblich unerheblich sein soll. Es wäre schön, wenn sich auch mir dieser Umstand durch persönliche Erfahrung erschließen könnte. 
Dechsel 1 und Fragment von Sonderbuch, Breite. 

die Schlifazetten, bzw. Oberflächen

die rezente Bruchfläche
Bei der Typologie der neolithischen Dechselklingen differenzierte von Anfang an die Geometrie die Dechsel in zwei Klassen, alle Versuche sie näher zu differenzieren sind mittlerweile wieder abhanden gekommen. Im Wesentlichen kann man sagen, dass sich die Einteilung heute wieder an der ursprünglichen Unterscheidung angenähert hat, wie sie W. Buttler 1938 fest gelegt hatte. er unterschied in hohe Dechselklingen, die man als Schuhleistenkeile bezeichnete  weniger hohen, die man Flachhacken nannte.  Im Jahre 1987 fasste C.C. Bakels alle Ergebnisse der Einteilungsvorschläge zusammen und und unterschied grob nach drei Typen. Im Allgemeinen spricht man heute wieder wie ursprünglich von zwei Dechseltypen, den breit-flachen und den schmal-hohen, das entspricht prinzipiell den den vor bereits 70 Jahren beschriebenen Typen. 

Und noch ein Hinweis. Auch wenn Suchbegriffe wie "bandkeramische Dechsel kaufen" Sie auf meine Seite geführt haben: Tun Sie es nicht! Der Schaden, den der illegale Handel anrichtet ist mit nichts wieder gut zu machen!

Samstag, 18. August 2012

405. Post. Nichts geht mehr.

Ein "Restkern", der als nicht weiter abbauwürdig verworfen wurde...
Wann ist ein Kern ein "Restkern?" Bei dem hier vorgestellten Fundbeleg handelt es sich um einen aus LBK Kontext stammenden Klingenkern, der rundum abgebaut ist. Auch der ursprüngliche Rücken zeigt Klingennegative. Zum Schluß der Reduktion blieben alle "hindges" stecken und es entstanden nur noch kurze, schmale Abschläge.



eingemessen auf SOND 008.


Die Schlagfläche.
470. Einzelpost.

Donnerstag, 16. August 2012

404. Post. Erste Pfeilspitze der Saison...

...und das mit 17mm Länge eine der kleinsten, bislang gefundenen.
Fundort Siedlung Grund, Sonderbuch, auf der die Stichbandkeramik archäologisch belegt ist. Sie ist flächig, bifazial retuschiert und wiegt 0,94 Gramm. Die Basis ist weitgehend gerade. Als Oberflächenfund kann auch ein anderer Zeithorizont ("Jagdverlust") nie ganz aus geschlossen werden.





500 Aufrufe aus der Russischen Föderation: Добро пожаловать!
ebenfalls Grüße nach Ungarn: Üdvözöllek!

403. Post. So schön kann Müll sein.

Große Abschläge mit Kernfüßen gehören in den Bereich der Präparationsabschläge oder Korrekturabschläge. Mehrere Zielabschläge scheinen hier stecken geblieben zu sein, wie die Abbaufläche zeigt. Sie erscheint sonst mit zahlreichen, durchgehenden Klingennegativen in leicht rötlichem Hornstein. Ein bipolarer Abbau schien voraus gegangen zu sein. Der Abschlag besitzt also noch zwei Schlagflächen, bei der letzten Abtrennung nur noch in Form eines Schlagflächenrestes.  Als weder in die eine, noch in die andere Richtung durchgehende Klingen mehr möglich waren, sorgte ein Korrekturabschlag, der den Kernfuß mit fort genommen hatte für eine Basis den Kern weiter ab zu bauen. Abfall mit Ästhetik. 
Die Ventralseite des Abschlags, der Schlagflächenrest liegt unten, darüber der  Bulbus.

links die Klingennegative des ursprünglichen, bipolaren  Klingenkernes

Klingennegative und steckengebliebene hindges

Die Aubbaufläche


Eine der Schlagflächen mit sekundären Schlagnarben

Montag, 13. August 2012

402. Post.Fundstellendifferenzierung.

Ohne archäologische Untersuchung ist selten klar, welche Stratigrafie unter der Erdoberfläche vorliegt. Absammlungen, Einmessungen, genaue Beobachtungen sind erste Schritte der Klärung dieser Frage nach zu kommen. Nach Fundmeldungen kann man das Glück haben, dass bereits ältere Hinweise für eine Fundstelle in der Vergangenheit in den  Ortsakten der Denkmalpflege vorhanden sind. Der gewöhnliche Sammler wird aber nur selten die Gelegenheit haben sich diese Quellen zu erschließen.
Um Sonderbuch, Asch und Wippingen liegen auf vielen Äckern Hornsteine, die bereits in ersten Oberamtsbeschreibungen erwähnt werden. Bis erkannt wurde, dass es sich dabei teilweise um kulturelle Hinterlassenschaften handelt verging viel Zeit. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts ging man davon aus, dass die Steinzeit auf der Blaubeurer Alb keine Spuren hinterlassen hat.

Auf manchen Äckern finden sich gewisse Konzentrationen, oft Hinweise auf Siedlungen, deren Inventar von geologischen Vorgängen und durch die landwirtschaftliche Bearbeitung an die Oberfläche befördert werden. Einer der ersten, der hier genauer hin gesehen hat war H. Mollenkopf, der zahlreiche Siedlungen entdeckt hat. Viele, bislang unbekannte Fundstellen sind inzwischen dazu gekommen. 
Aber nicht alle Fundstellen müssen zwingend Siedlungen anzeigen. Die Aufenthalte der Menschen waren unterschiedlicher Art und müssen differenziert werden. Oft findet sich nur eine einzelne Pfeilspitze oder Sichelklinge, oder ein einzelner Klingenkern ohne weiteren erkennbaren Kontext. So wie jüngst im Abtshau bei Sonderbuch.
Wie ein Schleier überzieht die Äcker ein geringes, natürliches Vorkommen von Hornsteinen und Kieselkalken. Sogenannte "primäre Residuallagerstätten" könnten eine Rolle gespielt haben.

Bei der Suche nach natürlichen Vorkommen von Hornstein fällt auf, dass es punktuell auf manchen Äckern gewisse Konzentrationen von Hornsteinen gibt, die nicht artifiziell verändert sind, also noch weitgehend in dem Zustand, wie sie die Natur bzw. Geologie oder ein landwirtschaftliches Gerät an die Oberfläche befördert hat. Bei näherem Hinsehen fallen dabei Knollen auf, die Anzeichen zeigen, dass sie für ihre Brauchbarkeit mit wenigen Schlägen angetestet worden sein müssen. Sie könnten möglicherweise Anzeichen für steinzeitliche Prospektionen sein, die Ergebnisse der Suche nach geeignetem Rohmaterial für Werkzeuge. Einige Stellen sprechen eine deutlichere Sprache und der Mensch hat hier nicht nur solche Stadien der Grobzerlegung vor Ort vor genommen, sondern auch sehr typische Kerne und Abschläge hinterlassen. Solche eher wohl unergiebigen . punktuellen Vorkommen mit sporadischen Eingriffen fallen eine ganze Reihe auf der Blaubeurer Alb auf. Die wohl sehr kleinen "Lagerstätten" waren wohl schnell erschöpft.

Wenn man an Lagerstätten denkt, denkt man auch gleich an bergmännischen Abbau, an lohnenswerte Rohmaterialquellen die immer wieder über längere Zeit aufgesucht wurden um den Rohstoff ab zu bauen. Eine solche Sekundärlagerstätte befindet sich im Borgerhau, einer Fläche in der tonnenweise Hornstein in die nahen und weiter weg liegenden Siedlungen gelangt sein muss. Solche Quellen bilden auf Siedlungen im Rohmaterialspektrum die Hauptfundgruppe. Aber auch kleinere Vorkommen, die z.B. durch auflesen von den Oberflächen ("Klauben"), beispielsweise auf den neolithischen Äckern gewonnen wurden, haben offensichtlich eine Rolle gespielt. 
Die Hornsteine waren ursprünglich in den Massenkalk fest eingeschlossen, im sogenannten Muttergestein. Geologische Vorgänge  -Verwitterungsprozese- hinterließen Tone und darin eingebettet die Hornsteine. Letztere wurden oft  über weite Strecken verlagert und bildeten - sekundäre- Ansammlungen, Lagerstätten aus. Bei nicht verlagerten Vorkommen spricht man dagegen von primären Lagerstätten. Eine sehr große, ergiebige Sekundärlagerstätte befindet sich im Ascher Borgerhau. Lage, Ausdehnung und Bedeutung sind noch längst nicht erschöpfend erforscht.

Doch weiter zu den "unbedeutenderen, kleinen Lagerstätten":
In der Nähe der Siedlung Grund gibt es eine Stelle mit einer Konzentration von Hornsteinknollen, Knollen von Kieselkalk und verkieseltem Kalk. Hier konnten Artefakte ein gemessen werden, die möglicherweise eine primäre Lagerstätte anzeigen. Die meisten Rohstoffe sind von minderer Qualtität und scheinen nach wenigen Abschlägen verworfen worden zu sein. Eine Streuung wird derzeit von mir eingemessen und ab gesammtelt. Zielabschläge, Klingen oder gar modifizierte Werkzeuge sind bislang nicht erkannt worden. Es liegt dort aber auch Material von sehr guter Qualität, belegt auch durch umfangreiche Reduktionen. Dabei handelt es sich um Hornsteinknollen, die eine opportunistische, amorphe Abbauweise aufweisen. ("Restkerne). Möglicherweise eine primäre Residuallagerstätte. 
oben und unten: beprobte Trümmer von verkieseltem Kalk/ Kieselkalk, ein Material, das annähernd die gleichen Schlageigenschaften besitzt wie der vorzugsweise verwendete Hornstein. 

Aber auch Hornstein ist meist nicht durchgängig von gleich guter Qualität. Im Borgerhau liegen die  hochwertigeren Teile im schaligen Aufbau oft unter der dünnen Kortex.
Möglicherweise können auch eines Tages die verwendeten Materialien Zeithorizonten zugeordnet werden. Nicht zu allen Zeiten dürften alle Rohmateriallager durchgehend bekannt gewesen sein. Auf lange Sicht ein weites Feld für Forschungen. Hier sind außer den Archäologen in erster Linie auch Geologen und Mineralogen gefragt.

Die räumliche Nähe zur Siedlung Grund fällt auf. Auch in der Nähe der Siedlung Wippingen Höfermahd gibt es solche Erscheinungen. Vielleicht wurden die kleinen Vorkommen durch den siedlungsnahen neolithischen Ackerbau erschlossen. Eine weitere Lagerstätte findet sich im Bereich "Blauberg" - ein einigermaßen großflächiges, aber vermutlich nicht sehr mächtiges Vorkommen. Gruben konnten hier bei einer archäologischen Untersuchung wohl  nicht erkannt werden, dagegen zahlreiche Anzeichen intentioneller Grobzerlegung (Grundproduktion) Hier fallen Hornsteine auf, die teilweise noch im Muttergestein stecken.

200 Aufrufe aus Indien; स्वागत ! दीपावली की हार्दिक शुभकामनाएं. दीपों की ज्योति की तरह आपका जीवन भी हमेशा उज्वलित् रहे.

Samstag, 11. August 2012

401. Post. Es wird wieder UMGEPFLÜGT...

...und damit werden auch wieder "Johndeerefakte" produziert.
Beispiel: Ein angetesteter Kern (Hornsteinknolle) von SOND008,Schlaghau. Frisch gepflügt und "frisch geschlagen"...
Futter für die rezente Trümmerlandschaft, zusammenfügbare Pflügergebnisse

Zwei längliche Klingennegative sind artifiziell, links am Ende des Zollstocks: eine rezente Pflugbekanntschaft, die in ein artifizielles Negativ eingreift.
Zweierlei Veränderungen an einem Artefakt: Mit entsprechender Sachkenntnis lassen sich die intentionellen, artifiziellen Veränderungen oft leicht von Zerstörungen durch Maschinen unterscheiden. Das erste Bild zeigt die Fetzen, die mit Brachialgewalt durch einen Pflug erzeugt wurden. Im zweiten Bild zwei artifizielle Schlagbahnen, die die Merkmale gezielter Reduktion auf zeigen: präparierte Schlagfläche und Abschlagsnegative mit Bulben. Was nicht ab gesammelt wird, wird nicht schöner.