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Sonntag, 5. Dezember 2010


152. Post. Kogelstein Schmiechen. Höhlenruine mit einem Rastplatz des Neandertalers. Nostalgie...ca. 1985 fing die ganze Sammelei richtig an...



152.P0st. Nostalgie: Kogelstein, Grabung 1987...ein jugendlicher Dr. Kind und ein jugendlicher Sammler Robert Bollow am Kogelstein in Schmiechen...

Sonntag, 28. November 2010


151. Post. Funde von Wippingen/ Höfermahd. Großer Abschlag, bilateral nach dorsal, partiell nach ventral retuschiert.

...die Zusammenhänge sprechen für keinen eindeutigen, zeitlichen Kontext. Auf Höfermahd liegen bereits mittelpaläolithische Geräte vor, früh bis mittelneolithische Zeugnisse scheinen zu überwiegen. Dieser modifizierte Abschlag mag am ehesten ein spätneolithisches Erntemesser sein, allerdings sind Geräte aus dieser Zeit eher weniger mit einer derartigen Patina zu finden. In diesem Zustand tritt hier eher das verlagerte Material der Altsteinzeit auf.

151. POST: Funde aus Wippingen/ Höfermahd.
(ein Schaber? aus ...) Radiolarit. Wenn dieses Material hier auftritt, handelt es sich immer um alpines Material, das schon in der Altsteinzeit ( Mittelpaläolithikum) von den Neandertalern bearbeitet wurde.

Kerne...Kernscheiben...Klopfer...
151. Post. Funde von "Wippingen-Höfermahd"

Freitag, 26. November 2010

150. Post. Gedanken zu einer "Siedlung" die keine sein soll...
oben: Kerne, sowohl regelmäßige Klingenkerne, als auch amorphe Formen, teilweise großzügig verworfen, was für eine gute Rohmaterialversorgung oder gar für eine Abbaustelle spricht./ mittig Klopfer oder Klopfsteine, oben rechts: rötliche bis graue Kerne, eventuell durch Hitzeeinwirkung für die Schlageigenschaften verändert. dadurch entstehen farbliche Veränderungen, und es entsteht ein bestimmter Glanz; unten links, Klingen und Abschläge, der verschwindend geringe Anteil bei der Artefaktstreuung. rechts unten: grobe, teilweise bifazial zugerichtete Geräte.
Kerne, Trümmer....Der Großteil der Funde auf Höfermahd zählt zu Artefakten der Grundproduktion.

150. Post. Gedanken zu einer "Siedlung" die keine sein soll...
Was auf Höfermahd auffällt....ist die Tatsache, dass in Bezug auf das aufgelesene Material, das mittlerweile doch erheblich ist, dass der Anteil an Werkzeugen niedrig ist. Kind beschreibt 1985 welche fundspezifischen oder ökonomischen Bedingungen solche Verhältnisse erzeugt haben können. Als Beispiel führt er die Siedlung Kleemädlen an, eine Siedlungsstelle in unmittelbarer Nähe eines Hornstein-Abbauplatzes, der ebenfalls einen extrem niedrigen Anteil an Werkzeugen erbrachte. Ähnliches kann auch für die Siedlung Olzania (Milisanskas 1976) angenommen werden. Nach einem Modell von Löhrs u.a. 1977 steigt der Prozentsatz der Geräte, je weiter die Siedlung vom jeweiligen Abbauplatz des Rohmaterials entfernt liegt. Niedrige Anteile, kurze Distanzen, Hohe Anteile...würden dann ein Indiz für große Distanzen sprechen. Die Fundstelle Höfermahd liegt in kurzer Distanz zum Borgerhau, möglicherweise aber liegt die Rohmaterialstelle noch sehr viel näher, lediglich noch nicht lokalisiert, da man die geologischen Vorgänge hier noch nicht versteht.

Donnerstag, 25. November 2010

149. Post...Eine "Siedlung" die keine ist...
Großes, lateral-Bifazial kantenretuschiertes, gröberes Gerät
Klingenkerne, eher Mittelenolithisch aus Wippingen.
Artefakte der Grundproduktion: Kernscheiben oder Kerntabletts, Präparationsabschläge zur Präparation der Schlagfläche an Kernen. Die Ränder zeigen keine Retuschen sondern Klingennegativfragmente.
Klopfsteine, kurz "Klopfer" genannt. U.a. Verwendet für die Grobzerlegung des Hornsteins für einen harten Schlag?

149. Post. Eine "Siedlung" die keine ist... Ein Treffen mit Archäologen musste abgesagt werden. Leider kann es jetzt erst im Januar statt finden. Es sollte dabei vor allem um die beidseitig bearbeiteten Werkzeuge, die bifazialen Geräte und die handgemachte Keramik gehen. Besonders ein Flurstück in Wippingen zeigt an der Oberfläche das, was man "Siedlungsinventar" nennen würde: Rohmaterial, die Artefakte der Grundproduktion und die LBK- typischen Geräte, also die Werkzeuge der Linienbandkeramik ( Frühneolithikum) und vielleicht des Mittelneolithikum. Letzteres vor allem was die regelmäßigen Klingenkerne und diverse Pfeilspitzen angeht. Also auch: Klingen, Abschläge, unmodifiziert und modifiziert, Kratzer und vor allem kleine Bohrer. Die großen, bifazial, also beidseitig retuschierten Geräte fallen dabei besonders ins Auge. Auch Keramik, wenn auch sehr wenig, ist in Siedlungszusammenhängen zu erwarten und findet sich. Das Erstaunlichste ist jedoch, dass geomagnetische Untersuchungen keine interpretierbare Siedlungsanomalien zeigen. Neben dieser Stelle, an der eine sehr hohe Frequenz an Oberflächenfunden zu verzeichnen ist, gibt es darum herum noch weitere Fundpunkte, die ebenfalls keine sicheren Hinweise auf eine Siedlung sein sollen. Was ist es aber dann? An Materialdepots ist nicht zu denken, da die Abbaustelle, die Rohmaterialquelle des hier bearbeiteten Hornsteins keinen Kilometer entfernt liegt.

Dienstag, 5. Oktober 2010

  1. 148. Post. Hornsteinvarietäten vom "Grund"- Sonderbuch. Mittelneolithikum, Stichbandkeramische Zeit ( Im östlichen Mitteleuropa, in Bayern, im südlichen Niedersachsen sowie in Thüringen, Sachsen Anhalt, Sachsen, Teilen Brandenburgs, in der Tschechoslowakei und seltener in Niederösterreich folgte auf die Kultur der Linienbandkeramiker die Stichbandkeramische Kultur. Die Abbautechnik der Kerne die langschmale Klingen hervorbringt ist hier "stichbandkeramisch". Sie datieren etwa 4900 bis 4500 v.Chr.) Zeitgleiche und verwandte Erscheinungen waren die Oberlauterbach Gruppe, die Hinkelsteingruppe und die Gruppe von Großgartach. Alle diese Erscheinungen werden mit MITTELNEOLITHIKUM zusammen gefasst. Manchmal drängt sich mir auf, dass der Hornsteinabbau während dieser Zeit um Sonderbuch seine Hochblüte erfahren haben muss.
raue, nicht sehr dichte, hellgraue bis weiße Variante. Diese Beschaffenheit des "Hornsteins" findet sich auch bei dichtem Material oft in Rindennähe. Er geht mehr in Richtung Kieselkalk/ verkieselter Kalk...Borgerhautype?
Gefleckte Variante ( "Wolken") in hell-dunkelgrau/dichtes, "hochwertiges" Material/ Borgerhautype?
weiße Variante ( sehr schwache Bänderungen ) des Sonderbucher Hornsteins/ dichtes, "hochwertiges" Material/Borgerhautype?
148. Selfmadelithothek. Hornsteinvarianten der Blaubeurer Alb.
Das vorgestellte Material kommt in großen Mengen, auch in Form von großzügig verworfenen Kernen vor, was nahe legt, dass es in großer/ ausreichender Menge verfügbar war, ergo vermutlich hier vorkommt.

Von diesen regelmäßigen Klingenkernen wurden langschmale, feine Klingen gefertigt. Zum Werkzeuginventar der Stichbandkeramiker gehörten undurchbohrte und quergelochte "Schuhleistenkeile" sowie Flachhacken aus Stein zur Holzbearbeitung. Kleingeräte aus Jurahornstein und anderem Material wie sie in dieser Zeit vorkommen, hatten bereits die Linienbandkeramiker. Dazu kamen noch Knochengeräte wie Spachteln und Spitzen. Als Waffe für die Jagd und vermutlich auch bei kriegerischen Auseinandersetzungen benutzte man Pfeil und Bogen, wie die zahlreich gefundenen Pfeilspitzen belegen, mit denen hölzerne Pfeilschäfte bewehrt wurden. Die Jagd spielte jedoch nur noch eine bescheidene Rolle. Mit Pfeil und bogen wurden selten Wildtiere erlegt und für eine Abwechslung im Speiseplan zu sorgen. In Erfurt fand man Reste vom Braunbären, Auerochsen, Rothirschen, Rehen und Hasen. Möglicherweise hat in dieser Bauernkultur der Handel mit dem hier anstehenden Hornstein eine gewisse Rolle gespielt. Der Abbau dürfte der Kontrolle der hier ansässigen Siedler unterworfen gewesen sein. Da das Material wertvoll und nicht überall verfügbar war, kann man sich gut Tauschhandel damit vorstellen. Vielleicht ist es schon in der Linienbandkeramik so wichtig, dass der Ackerbau eine untergeordnete Rolle gespielt haben könnte. Zeitweilig wurde diese Erklärung für das weitgehende Fehlen der Sichelglanzartefakte in Verbindung gebracht. Als Arbeitshypothese wurde angenommen, dass Getreide weniger angebaut als vielmehr eingehandelt wurde.



147. Post. Selfmadelithothek...Kerne...mit hellgrauen Bänderungen und dunkelgrauen Bänderungen. Fundplatz "Grund". ( Vermutlich Stichbandkeramik, Mittelneolithikum) Auf er Blaubeurer Alb anstehendes Rohmaterial.