Ein unbekanntes, neolithisches Steinschläger- "Genie" auf Sonderbucher Markung...
Obgleich der Geniebegriff in der Wissenschaft keine Rolle mehr spielt, gehe ich bei dem heutigen Fundstück einmal von dem in Deutschland von -ingenium= natürlich angeborenes Talent hergeleiteten Begriff aus, welcher sich mir hier -euphorisch unwissenschaftlich- aufdrängt.
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In Fundlage war von einer Dorsalseite eines größeren Abschlags mit Klingennegativen
auszugehen.... |
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...bei nährerer Betrachtung erwies sich die vermeintliche
Ventralseite des "Abschlages" als gleichartig aus
geformter "Rücken" eines sehr flachen, weitgehend
abgebauten, verworfenen Kerns Der Kernfuß trägt noch den Kortex des Rohstückes |
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eine der schmalen Flanken des Kernes |
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Die gegenüber liegende Flanke |
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Die ovale Schlagfläche des Kerns..
flach...flacher.... |
Mit dem vorletzten Bild ein bipolar abgebauter Kern, der bewiesener Maßen und Dank mittlerweile konsequenter Einmessungen von ein und derselben Stelle auf dem Acker stammt. An dieser Stelle scheint mindestens ein "genialer" Steinschläger aktiv gewesen zu sein. Allerdings ist für einen derart "guten Lauf" auch ein homogenes, kluftfreies Rohmaterial Voraussetzung.
Zeitlich kommen beide bemerkenswerten Kerne , weil sie in dieser Erscheinungsform und Perfektion des Abbaus hier selten und würdig sind ein Lehrbuch zu schmücken, aus einem Siedlungszusammenhang der neben einem LBK-Schwerpunkt auch mittelneolithische und jungneolithische Komponenten aufweist.
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Genial..., auch um ein vor allem von der Jugend gebräuchliches
Modewort, das auch mit "G" beginnt, zu vermeiden...
( es sind, Zit:„neben der gewissenhaften
Schlagflächenpräparation die dauernde Kontrolle der
Wölbung der Abbaufläche sowohl in Längs- als auch in
Querrichtung sowie die Kontrolle der Kernsteinbasis unumgängliche
Voraussetzungen für eine Klingenherstellung
in Serie“ (WEINER 1985, 28). |